Verschweigen, was hier passiert ist

Warum kann ich diese selbstgerechten Hamstervisagen eigentlich nicht mehr ertragen? Noch gestern Abend tönte der Prantl (im Verein mit Frau Kraft) in der Sendung hart aber fair: „Kein seriöses Medium verschweigt, was hier passiert ist?“

Keines? Die Herren von der Presse haben nicht lange gebraucht, um ihre Fassung wiederzugewinnen.

Und heute morgen stand es schon wieder (oder wieder nicht) in der Süddeutschen.

Es sind diese kleinen Meldungen aus dem Lokalteil, die mich so empören, und in denen ungerührt weiter verschleiert wird, als sei es das Normalste von der Welt. Vielleicht ist es das sogar — mittlerweile.

Erfahrene Zeitungsleser wissen längst, was zu tun ist, wenn einem irgendetwas komisch vorkommt: Woanders gegenchecken, zum Beispiel bei Welt online.

Es ist dann wie in dem Spiel Entdecke den Unterschied. Nur dass es nicht besonders komisch ist. Kleiner Tipp: Die Täter sind noch nicht lange in unserem Land, werden aber „bleiben“. Und Deutschland wird sich verändern. Was aber nur gut ist, wenn man der SZ glauben darf. Darf man, wirklich?

Nur eines ist auch sicher: Die beiden betroffenen Mädchen werden, wenn überhaupt, für lange, lange Zeit nicht mehr ohne Angst ins Michaelibad gehen. Und siehe da, schon hat sich Deutschland wieder ein kleines bisschen verändert. Was aber wie gesagt gut ist.

Oder?

Wahrer Detektiv

Nach dem Mord an dem Asylbewerber Khaled I. schrieb stern.de am 16. Januar 2015:

Egal, zu welchem Ergebnis die Ermittler im Mordfall des getöteten Eritreers in Dresden kommen: Der Tod des 20-jährigen Asylbewerbers Khaled I. ist ein Super-GAU.

Das ist nicht einmal gelogen. Aber ein Super-GAU ist es vor allem deshalb, weil es Zeitschriften wie den Stern gibt, ein Blatt, das seine Narrative schon hat, ehe auch nur ein einziger Reporter seinen Arsch in Bewegung setzt.

Die Details sind wichtig, sie sind immer wichtig, und sie stehen hier. Aber mir geht es heute um etwas anderes.

Denn mich erinnert die laxe Haltung im Umgang mit der Wahrheit und die Dominanz der Story um jeden Preis sehr an Capote, den Film.

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Hannemann, geh du voran

Das Feuilleton der SZ erklärt uns in ihrer heutigen Ausgabe das „Recht auf Feigheit“ vor dem islamischen Terror — offenbar verfügt die Zeitung darin über eine gewisse Übung. Ausgeschlossen von diesem Recht seien lediglich drei Berufsgruppen: Satiriker, Autoren und Karikaturisten.

Journalisten sind vorsichtshalber nicht dabei.

Und Übersetzer ebenfalls nicht, obwohl auch Übersetzer schon angegriffen wurden. Egal, Glück muss der Mensch haben. Gern nehme ich daher für mich das Recht auf Feigheit in Anspruch.

Trotzdem, ein bisschen Spaß muss sein, und was könnte spaßiger sein, als über den Propheten und seine verstunkene Lehre herzuziehen. Hier also die Mohammed-Karikatur des Tages.

Dass die Zeichnung von Greser & Lenz hier nur verlinkt erscheint, hat, ich schwöre, lediglich urheberrechtliche Gründe. Und demnächst gibt es sicher auch wieder eine Mohammed-Karikatur mit Mohammed anstatt, wie jetzt, ohne. Mohammed-Karikatur ohne Mohammed ist eigentlich scheiße, weil nicht annähernd so prophetenbeleidigend. Als Islamfeind hat man schließlich seine Standards.

Je suis lieber Weichei

Wegen des überwältigenden Erfolgs der salafistischen Buchclub-Aktion Lies! bringen diese Kackbratzen nun offenbar eine Fortsetzung unter dem Motto Lies nicht! Ein Redakteur der Frankfurter Neuen Presse erzählt, wie es war. Hier sein Bericht.

Ganz nebenbei liefert er auch noch das Bild einer wehrhaften Nachrichtenzunft, die zwar gelernt hat, ihre Beiträge PC-konform zurechtzudengeln, sich aber das freie Lesen niemals verbieten lässt. Und wehe, jetzt lacht einer.

Okay, da, wo ich herkomme, denkt man nicht so komplex wie dieser dialogbereite Journalist. Kurz gesagt: Wollte mir jemand die Zeitung wegnehmen, weil ihm die Titelseite missfällt, er bekäme auf die Fresse. Sozusagen im Rahmen der Aktion Nimm dies! Die Botschaft wäre sogar „kultursensibel“, denn sie versteht wirklich jeder.

Ich bin nicht Charlie …

Die deutschen Zeitungen entdecken ihre Liebe zum Mut und karikieren wie wild gegen den Terror an. Etwa die SZ von gestern. Sie brachte eine Sturmwolke mit der Aufschrift „Terror“, die ein Segelschiff namens Pegida anschiebt. Da klemmt natürlich jedem IS-Shitbird gleich Kimme und Abzug vor Angst. Und einen Kreativpreis gibt es obendrein,

Und die deutschen „Zeitungsverleger“ erst, sie legen heute mächtig nach, hauen allen islamischen Mordbuben ihr entschiedenes „Wehren wir uns“ rein — und bringen als Karikatur dazu das hier.

Passt doch, oder? Karikatur indeed! Aber worüber? Wohl eher über die eigene Angst, die Dinge beim Namen zu nennen. Ich sehe direkt vor mir, wie sie zittern, die Zellen und Schläfer und Rückkehrer. Nicht anders hätte es auch Charlie gemacht, das furchtlose Schmuddelkind, nicht wahr?

N’est-ce pas?

Ich weiß es nicht. Ich bin nicht Charlie. Ich weiß nur, was ich sagen würde, nämlich:

Steckt euch euren Propheten in den Arsch. Und wenn ihr Inzest-Opfer das nicht alleine schafft (wovon ich ausgehe), helfen wir gerne nach — und mit Anlauf! Aber ihr seid niemals stärker als wir.

Ist natürlich nicht so nett. Wäre womöglich sogar „umstritten“ und könnte — OMG! — „spalten“. Vielleicht stünde ich sogar „mit dieser Meinung allein da“, was in solchen Diskussionen heutzutage als Argument gilt.

Aber Hauptsache, die toten Charlie-Macher sind stolz auf euch. Ihr habt das Eure getan. Jetzt geht nach Hause und holt euch ***** runter. Europa kann beruhigt schlafen.