Der Bundespräsidenten zum 3. Oktober

Himmel_über_Reichstag.jpg Riss am Himmel über Berlin (Foto: Albrecht E. Arnold / pixelio.de)

Der Bundespräsidenten zum 3. Oktober: „Risse in unserer Gesellschaft“ – Welt – Tagesspiegel.

Es lohnt sich, den obigen Original-Link des Tagesspiegel genauer anzusehen. Da steht: „Der Bundespräsidenten zum 3. Oktober“ — so, als hätte jemand noch etwas hinzufügen wollen, zum Beispiel das Wort „Anwärter“ oder „Darsteller“ oder „Kasper.“

Na gut, ist vielleicht unfair. Wulff konnte den Erwartungen an seine Einheitsrede (schönes Wort) nicht gerecht werden, denn ich kenne niemanden, der noch welche hatte.

Aber was für eine Rumpelprosa! Nach Karl Kraus folgt aus dem nachlässigen Umgang mit der Sprache der nachlässige Umgang mit der Welt, und so eine Rede lässt nichts Gutes ahnen. Alles — irgendwie — angesprochen, nichts gesagt und das auch noch lustlos.

Wer eigentlich schreibt dem Mann diesen Stuss? Oder macht er das selber? Was geht in diesem Kopf vor? Wofür hält er uns? Nein, es reicht, bitte so was in Zukunft unterlassen:

Manche Unterschiede lösen Ängste aus, leugnen dürfen wir sie nicht. Doch trotzdem kann gar nicht oft genug gesagt werden: Ein freiheitliches Land wie unseres – es lebt von Vielfalt, es lebt von unterschiedlichen Lebensentwürfen, es lebt von Aufgeschlossenheit für neue Ideen. Sonst kann es nicht bestehen. Zu viel Gleichheit erstickt die eigene Anstrengung und ist nur um den Preis der Unfreiheit zu haben. Das Land muss Verschiedenheit aushalten. Es muss sie wollen. Aber: Zu große Unterschiede gefährden den Zusammenhalt. Daraus folgt für mich: Vielfalt schätzen, Risse in unserer Gesellschaft schließen – das bewahrt vor Illusionen, das schafft echten Zusammenhalt. Das ist Aufgabe der „Deutschen Einheit“ – heute!

Für mich am erstaunlichsten: Wie Sarrazin es geschafft hat, die ganze Politik vor sich herzutreiben und sogar dem „Tag der deutschen Einheit“ einen völlig neuen Aspekt zu injizieren.

Weniger erstaunlich: Dass sich Karrierepolitiker wie Wulff immer noch nicht schämen, der Nation beizubiegen, was sie wollen muss.

Also ich persönlich brauche dazu keinen Präsidenten, denn das weiß ich selber und fände es auch schön, wenn er die Frage des Bürgerwillens auch mal in eine Frage kleiden würde, sonst wird der Riss in unserer Gesellschaft nämlich noch breiter.

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