Liegengeblieben: Buch großartig, Übersetzung mangelhaft

buchreport Nachrichten Presseschau Buch großartig, Übersetzung mangelhaft.

Die „SZ“ empfiehlt, ihm [Jonathan Franzen] und der Sprache Ehre zu erweisen und sich „Freedom“ in der Originalausgabe besorgen.

Verlags- und Übersetzerbashing schön und gut. Der Coyote empfiehlt jedoch, als Allererstes der Realität die Ehre zu erweisen und diesen Unsinn zu lassen. Leser, die nicht mindestens so viel Englisch können wie ein professioneller Übersetzer und dazu nicht ebenso viel recherchieren (also 99,9 Prozent), kriegen von dem Buch nicht einmal die Hälfte mit — und merken es nicht einmal. Woher auch? Sie sehen ja nicht, was sie nicht sehen. Oder sehen etwas, das nicht da ist.

Die Folge ist ein stark eingeschränktes Lesevergnügen, denn immer nur raten strapaziert die Phantasie und ist auf die Dauer richtig anstrengend, zumal man für diese Anstrengung wenig zurückerhält. Es ist schon vorgekommen, dass ich sogar LektorInnen den Sinn bestimmer Passagen erklären musste — die die Lizenz für das betreffende Buch immerhin eingekauft hatten.

Das Phänomen lässt sich auch bei Original-Version-Vorführungen im Kino beobachten. Viele aus der Hornbrillen-Fraktion lachen an den falschen Stellen, zumeist aus purer Freude darüber, dass sie überhaupt etwas verstanden haben.

Yep, wir sind arrogant — und finden das auch völlig in Ordnung so.

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