Deshalb: Chinesisches Geld einfrieren, aber zackig!

Wie schön, dass sich gestern Abend bei Anne Will mal alle einig waren. So kann es nämlich nicht weitergehen mit Diktatoren und Gewaltherrschern in der Welt. Man muss sie endlich kritisieren, isolieren, boykottieren, desavourieren, karikieren, exkommunizieren, separieren, sabotieren und, logisch, ihre zusammengestohlene Knete einfrieren, um sie, so Gott will (er will bloß nicht), irgendwann zu demontieren und abzuservieren.

Aber Gemach, niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten, schon gar nicht um chinesisches Geld, respektive Arab Money.

Denn im wirklichen Leben entscheiden alle nach dem Opportunitätsprinzip. Und unterscheiden zwischen funktionalen und dysfunktionalen Diktaturen, zwischen solventen, potenten und insolventen, impotenten Potentaten. Nicht nur Wirtschaftsdelegationen, nein, sogar liberale Medien, die es nicht nötig hätten, empfehlen bei intakten Tyrannen und lupenreinen Diktaturen wie China lieber einen „unvoreingenommenen Blick“ (sprich: man soll sich döfer machen, als man ist) und ansonsten „Wandel durch Annäherung“ — weil das mit den Menschenrechten und so Intellektuellenkram auf Dauer nicht nur langweilig, sondern regelrecht lästig wird. Wandel durch Annäherung bedeutet hier: Despoten welcome, sie dürfen sich nähern, und wir wandeln uns.

Erst ganz am Schluss, wenn alles ganz schnell geht, mitten im Getümmel einer blauen, violetten, minzgrünen, knallgelben, orangenen, samtenen Jasmin-whatever Revolution fragen die besorgten Meinungsmacher, wie das nun wieder passieren konnte: dass niemand so lange nicht nichts unternommen hat?

Eine Antwort lautet: Genau so. Wer konnte denn ahnen, dass es nicht ewig so weitergeht.

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