Statisches Gedicht

Der Barista schmeißt die Kaffeemaschine an. Achtung, das wird eine Blindverkostung, der Verkäufer im Kaffeeladen tat so geheimnisvoll: „Hier, ich lege Ihnen mal ein Tütchen dazu. Sagen Sie mit später nur Ihre Meinung. Ihre Meinung ist uns etwas wert.“

Bongabonga! Alle Berichte über getrocknete Meerkatzenscheiße in bestimmten äthiopischen Sorten erwiesen sich später als urbane Legenden und/oder clevere Marketing-Stunts.

Was noch um acht Uhr früh?

Die Ethikkommission hält einen Atomausstieg bis zum Jahr X für möglich. Na klar, es sitzen ja auch lauter Experten drin.

Die Leitungen einer Kaffeemaschine müssen regelmäßig gereinigt werden, habe ich in meinem Kurs gelernt, sie „verkäsen“ sonst. Oder „verschmoddern“, Kaffee ist ölhaltig. Sehe ich da bestimmte Gemeinsamkeiten? Wer keinen Kaffee-Ausstieg will, muss also putzen.

Während sich der Druck aufbaut, schreiben meine Betters aus dem Feuilleton: „Zwei Gedicht-Bände, die ‚Statischen Gedichte‘ (1948) und die Auswahl ‚Trunkene Flut‘ …“

Große graue Welle! Schönes Bild. Und noch dazu korrekt.

„… von 1952 werden geboten. Die späten Gedichte aus den ‚Destillationen‘ und ‚Aprèslude‘ fehlen. Aber wer will darauf verzichten?“

Ehrliche Antwort? Wer? Höre ich hundert? Hundertzehn?

Draußen steuert eine Mutter ihren dreijährigen Sohn auf einem roten Dreirad vorbei. Seit wann gibt es eigentlich diese Mutti-Lenker an Dreirädern? Der kleine Kerl kann gar nichts machen, kommt so aber pünktlich in den Kindergarten um die Ecke. Wer will schon auf eine einzige Minute betreute Zeit verzichten? Ist eh schon so kurz. Wer also? Ich habe Verständnis mit allen Müttern der Gegend — nothing but a fucking housewife myself!

Erst jetzt fällt mir auf: Der kleine Junge trägt einen Sturzhelm. Ein Sturzhelm auf einem Dreirad? Aber wer will schon der Mörder seiner Kinder sein?

Mir kommt eine Gedicht von William Carlos Williams in den Sinn, das damals in jedem Englischlehrbuch stand — weil es so einfach war.

so much depends
upon

Und der kleine Junge wird, wenn es so weitergeht, in seinem ganzen Leben keinen Wind in den Haaren spüren. Come on, das ist noch keine gemordete Kindheit, okay?

a red wheel
barrow

Dabei gab es mal Männer, die standen den ganzen Tag mit den Füßen im Eiswasser, wenn ich mich richtig erinnere. Betters!

glazed with rain
water

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