Transatlantic translation

Die SZ berichtet in ihrer heutigen Printausgabe über einen eigenartigen Trend bei literarischen Übersetzungen ins Englische, nämliche die völlig Ortlosigkeit — an der diesmal aber nicht die Übersetzer schuld sind, sondern die Autoren.

Tim Parks hat die These, die seinem Vergleich zugrunde lag, inzwischen entfaltet. Sie besagt, dass es immer mehr Bücher gibt denen man immer weniger ansieht, aus welche Ursprungssprache sie ins Englische übersetzt wurden. Die Autoren müssen es auf diesen Chamäleon-Effekt anlegen, wenn sie nicht nur national, sondern auf dem internationalen Buchmarkt erfolgreich sein wollen. Die Frage von dem Verhältnis von Ausgangs- und Zielsprache eines literarischen Werkes stellt sich nicht nur den Übersetzern. Sie will schon von den Autoren selbst erwogen werden.

Keine Ahnung, ob die These stimmt, aber es gibt Nationen, die sich wehren. Moroser, an Thomas Bernhard geschulter Mist aus Deutschland (bald ist Klagenfurt!) wird seine provinzielle Herkunft wohl durch keine Übersetzung verschleiern können. Und wie übersetzt man eigentlich „Atemschaukel“?

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