Sayonara, Baby!

Soweit bekannt, flog während des WM-Spiels Japan gegen Schweden keine einzige Banane aufs Spielfeld.

Trotzdem hielten es die Veranstalter für angezeigt, mit großem Getöse von den aufgelaufenen Spielerinnen ein Transparent entfalten zu lassen — mit der Aufschrift „Say no to racism“. Nur kommt politische Korrektheit beim Barista etwa so gut an wie Zeugen Jehovas an der Tür.

„Keine Banane. Nicht mal ein Reisbällchen?“ Blind hebelt der Barista den Filter in die Maschine.

„Nope.“

„Köttbullar?“

„Soll das ein Witz sein? Rassismus ist eine Einbahnstraße, wusstest du das nicht? Niemand diskriminiert Schwedenmädchen, sofern sie nicht zugleich Kopftuchmädchen sind.“

„Oh, ich vergaß. Aber wer zum Henker sollte sich von der Botschaft angesprochen fühlen? Etwa die Zuschauer? Na, vielen Dank. Da gehst du ins Stadion, willst dir Deutschland im Halbfinale ansehen, dachtest du jedenfalls, und alles, was du kriegst, sind kleine blaue Trikot-Geishas, die überall herumwuseln und anderen nur das Spiel versauen — und noch blöde Sprüche obendrein? Können die nicht wenigstens für die verdammte Frauenquote werben oder so was? Das sähe ich noch ein.“

„Meine Theorie ist ja, der eigentliche Adressat war Japan. Nur hat das keiner gemerkt, am wenigsten die Japsen selber. Denn Japan ist eines der rassistischsten Länder der Erde.“

„Ist das wahr?“

„Japan ist das einzige zivilisierte Land ohne Migrantenproblem. Einfach weil die nie einen reingelassen haben.“

„Genau. Ich konnte diese Bratpfannengesichter noch leiden. Abgesehen davon sage ich natürlich nein zu Rassismus.“

„Du bist ein guter Mensch.“

„Mir scheißegal, was ich bin, aber es ist das Erste, was ich am Morgen tue: Ich sage nein zu Rassismus: Nein zu Rassismus!“

„Ich nicht. Schon wegen Claudia Roth.“

„Und wenn früher in der Bar nichts los war, bin ich gern vor die Tür gegangen, eine Fluppe rauchen. Heute sage ich stattdessen nein zu Rassismus.“

„Und das funktioniert?“

Der Barista tritt den metallenen Treteimer hinter der Bar und sieht hinein. „Nein, er ist immer noch da …“

„… und du magst immer noch keine Bratpfannengesichter?“

„Si. Aber ich lasse mich von Leistung beeindrucken. Pass auf, die Schlitzaugen reißen sogar noch diesen verzogenen US-Cheerleadern den Arsch auf, und dann heißt es hasta la vista und sayonara, Baby-San …

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