Große Schnauze, aber die Hälfte nicht verstanden

Dirk Weidner: Lob der Synchronisation.

Kaum eine Diskussion über Filme oder TV-Serien auf DVD / blu ray, ohne dass sie zu vernehmen sind, die Stimmen, die da kundtun, dass sie selbstverständlich nur (englischen) O-Ton schauen, oder besser: hören. Dies dann gepaart mit dem Hinweis, dass ja die deutsche Synchro stets so überaus mies sei, es gingen dermaßen viele sprachliche Feinheiten verloren, Wortspielereien würden aus der Natur der Sache heraus verloren gehen, etc. […]

Liebe anglophile Snobs: lasst mich mit Eurer „Ich kann ja so gut englisch“-Attitüde in Ruhe. Sie wird erst dann glaubhaft, wenn Ihr
nebenbei Akira Kurosawas Filme im japanischen O-Ton ohne Untertitel schaut – und VERSTEHT. Erst dann nehme ich Euch ab, dass es Euch wirklich um die „Original-Sprache“ geht. Bis dahin geht es Euch nämlich nur um eines: intellektuelles Geprotze.

Da ist mir jemand zuvorgekommen. Denn genau das wollte ich schon lange einmal sagen. Nur war mein Beispiel ein anderes.

Mein Beispiel war

آواز گنجشک‌ها

Der Film lief noch vor einiger Zeit in der ARD. Klar, im Spätprogramm, aber immerhin.

آواز گنجشک‌ها

ist nämlich ein Film aus einem Land, das wir der Achse des Bösen zurechnen.

Aber seltsam, die Leute hatten — fast — dieselben Probleme wie wir, sprachen fast wie wir, dachten fast wie wir, fühlten ganz wie wir.

آواز گنجشک‌ها
war eine Synchronisation. Also die Art Wunder, für die zwingend Übersetzer gebraucht werden.

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