Kleiner Heizer, großes Herz, zweite Dimension

In Polen heißt er Kuba Guzik, in Ungarn Gombos Jim und in arabischen Ländern Jim al-Zirr: Jim Knopf ist weltberühmt. Die Abenteuer des schwarzen Findelkindes, die Michael Ende vor einem halben Jahrhundert erfand, wurden in 33 Sprachen übersetzt.

[…] Die Kleinen lieben Jim, „weil er ein gutes Herz hat“. […] Für die Erwachsenen eröffnen die vermeintlich reinen Kindergeschichten eine zweite Dimension, die die Frankfurter Kunsthistorikerin und FAZ-Redakteurin Julia Voss zu einer Neuinterpretation veranlasst hat: Jim Knopf zeigt dem Halbdrachen Nepomuk oder dem Scheinriesen Tur Tur, die wegen ihrer Andersartigkeit ausgegrenzt werden, dass sie so, wie sie sind, „richtig“ sind. So macht er sich zum Vorkämpfer für kulturelle Vielfalt. Seine Abenteuer werden zu Gleichnissen gegen Fremdenangst und Rassismus.

via Michael Ende: Jim Knopf | puzzle | Bayerisches Fernsehen | BR.

Ehrlich, erst dachte ich, das wäre Satire. War es aber nicht, sondern ganz normales Fernsehen mit Migrationshintergrund. Und wer hätte je gedacht, dass die Abenteuer von Kuba Guzik, Gombos Jim a.k.a. Jim al-Zirr Gleichnisse sind? Mir reicht eigentlich bis heute sein gutes Herz. Und weil er so lustig ist, falls schwarz = lustig kein rassistisches Konzept ist, man weiß es ja nicht.

Egal. Endlich mal ein Kinderzimmer, in dem nicht aufgeräumt werden muss. Anders als Spiderman oder die fiesen Schlümpfe darf der kleine Heizer so bleiben, wie er ist.

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