Shannon Finley


Shannon Finley, Voider. 240 x 200 cm, Acryl auf Leinwand, 2011. (Foto: Galerie Christian Ehrentraut, Berlin)
Die Ausstellung Shannon Finley: Encrypted and Lost ist dort noch bis zum 22. Oktober zu sehen.

Normalerweise kennt man sich in unserem Gewerbe. Daher kam der Anruf des Berliner Galeristen einigermaßen überraschend. Einen Essay, einen Katalogtext? Klar kann ich das, aber sind Sie sicher, Sie meinen mich?

Ich bin nämlich kein visueller Mensch. Manche Leute sagen sogar, ich sei zu einhundert Prozent gesichtsblind. Und mit moderner Kunst habe ich eigentlich auch nichts am Hut — wenngleich ich sie gern für überschätzt halte. Jeff Koons, Markus Lüpertz und Konsorten: Nee, geh weg.

Aber als Übersetzer musst du natürlich recherchieren. Und was du dort, im Rahmen der Recherche, siehst, siehst du lediglich auf einem Bildschirm, wir starren ja den ganzen Tag auf irgendwelche Bildschirme — und was ist das für ein Medium?

Und wenn die Aura eines Kunstwerks, wie Walter Benjamin meinte, in der technischen Reproduktion stirbt, dann dürfte das eigentlich nicht sein: Dass es dich trifft. Bilder, die aussehen wie von innen, erleuchtet, aus Tiefen, deren Herkunft du dir nicht erklären kannst.

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