Der menschenverachtende Makel der Demokratie oder die Dummen, die Hässlichen und die Guten

Wer einmal angefangen hat, der Gleichberechtigung über Quoten auf die Sprünge zu helfen, kann so schnell nicht stehenbleiben, das ist ein grundsätzliches Problem.

via Ausländerquote bei der SPD: Vorwärts, Migranten! – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik.

Ständig wird die Welt besser: Sogar der Düsseldorfer Karneval muss künftig Migranten berücksichtigen. (Foto: U. Grob)

Mir war es auch immer ein Rätsel, wie sich freie Delegierte aus freien Stücken in ihrer freien Wahl einschränken lassen und es für einen Fortschritt halten. Das bedeutet nämlich, sie finden weniger Wahlmöglichkeiten gut. Da sie sich offenbar selbst nicht über den Weg trauen, streben sie eine Regelung an, die sie sozusagen vor sich selbst beschützt. Ich kann es mir nicht anders erklären.

Genau dies, das mangelnde Vertrauen in die eigene Urteilskraft und den demokratischen Prozess, diese wahnwitzige Selbstentmachtung des Souveräns müsste eigentlich unser Misstrauen wecken.

Man kann sich nämlich auch aus Solidarität mit dem Behindertensport das Bein abhacken.

Denn es ist ihnen doch nicht verboten, jeden, wirklich jeden zu wählen, den sie für den Besten halten, selbst Kandidaten aus ungeliebten Minderheiten: Frauen, Ausländer, Dicke, alleinerziehende Transgenderväter, Cabriofahrer, Raucher … yep, sogar die könnten irgendwann auf den Unterprivilegierten-Status pochen. Mit einer Quote hingegen können dieselben Parteimitglieder nicht mehr jeden wählen, den sie wollen. Vermutlich deshalb steht das mit der freien und geheimen Wahl in der Verfassung. Da legte man noch Wert auf echte Mandate.

Vergessen, die SPD hat was Besseres.

Daraus erwächst jedoch ein Problem: Wenn es in mittlerer Zukunft nur genügend einzelne Quoten gibt, können sie niemanden mehr frei wählen, sondern kriegen ein politisch korrektes Worst of vorgesetzt. Die innerparteiliche Demokratie hätte dann ein völlig neues Design. Man bräuchte keine Mehrheiten mehr, sondern nur ein sozialverträgliches Sammelsurium aller möglichen Minderheiten, nicht einen Spiegel der Gesellschaft, sondern deren Spiegelkabinett. Der menschenverachtende Makel der Demokratie, dass Kandidaten auch nicht oder abgewählt werden, wäre damit behoben. Keine Mehrheit darf der Minderheit dann mehr etwas diktieren.

Karl Lagerfeld hat das Ganze — in geschätzten zweieinhalb Sekunden — einmal auf den Punkt gebracht: „Natürlich ist es ungerecht. Es können aber nicht alle dumm, arm und hässlich sein, bloß weil das gerecht wäre.“

Alle vielleicht nicht, die von der SPD schon.

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