Für den kleinen Hummer zwischendurch

Ich hab’s geahnt: Das schmale Buch von David Foster Wallace entwickelt sich, zwei Jahre nach Erscheinen der deutschen Ausgabe und ähnlich wie Schrecklich amüsant, zu einer Art Standardwerk zum Thema. Deutet sich hier schon so etwas wie Zeitlosigkeit an?

via Delikatessen: Last exit: Hummer – taz.de.

Nicht lustig: Fun thing I'll never eat again. (Foto: Jens Goetzke / pixelio.de)

„Bis ins 19. Jahrhundert hinein galt Hummer als Armeleuteessen und Fraß für Zuchthäusler“, schreibt der US-amerikanische Autor und Literaturprofessor David Foster Wallace in seinem subversiven Essay „Am Beispiel des Hummers“ über ein großes Hummerfestival im US-Staat Maine. „Den Verzehr von Hummer (vergleichbar mit dem von Ratten) hielt man schlicht für menschenunwürdig.“ In solchem Überfluss gab es das Scherentier an den neuenglischen Küsten, dass man die zuhauf angeschwemmten Exemplare zermahlte und als Dünger unterpflügte.

Diesem landwirtschaftlichen Zweck wird der Hummer heute nicht mehr zugeführt. Als zeitgeistliches Äquivalent aber kann die Entdeckung und Verarbeitung durch die Fast-Food-Industrie gelten. „Its McLobster season“, wirbt McDonalds in seinen Restaurants in Halifax und anderen Städten. Für 7 Dollar und 12 Cent inklusive Tax bekommt der geneigte Kunde ein weiches Sandwich mit mehr oder minder geschreddertem Fleisch aus Dosen in einer transparenten Plastikverpackung aufs Tablett geworfen.

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