Ich Mog, Wirtschaftssubjekt

Politisch korrekt: Männer sind meist die blöden Mogs. Kleiner Trost: Jeder kann irgendwas. (Abb. aus Economics)

 

Neulich schrieb Hans Magnus Enzensberger im Spiegel (40/2011): „Was Wirtschaftswissenschaftler unter Wirtschaft verstehen, ist bestenfalls ihnen selbst klar; der Rest der Welt hegt gewisse Zweifel an ihren Vorstellungen und fragt sich, ob es sich bei ihrer Beschäftigung überhaupt um eine Wissenschaft handelt.“

Wer noch Büchergutscheine übrig hat, sollte sie jetzt intelligent investieren.

Mir selbst ist jetzt nur nicht klar, um welche Beschäftigung es sich bei Enzensbergers Essay handeln soll — wenn er seinen Gegenstand dermaßen mutwillig unterschätzt. So kriegt man natürlich alles klein und kann sich von hoher Warte den nächsten Meinungsartikel herunterholen.

Aber wahrscheinlich kennt Enzensberger bloß den Stand-up Economist Yoram Bauman nicht und hat auch das Buch von Bauman/Klein nicht gelesen.

Denn so macht Wirtschaft wieder Sinn, und man kann sich sogar abseitige ökonomische Fragen selbst beantworten. Zum Beispiel: Warum muss mein polnischer Übersetzerkollege denselben Preis für eine Tasse Kaffee bezahlen wie ich, obwohl er in Polen weniger verdient?

Antwort: Das ist das Gesetz des einheitlichen Preises.

Andere Frage: Warum kriegt man auf bestimmten Gebrauchtwagenmärkten praktisch keine brauchbaren Fahrzeuge mehr?

Antwort: Das liegt an der asymmetrischen Information der Marktteilnehmer. Und ein bisschen Spieltheorie ist auch dabei.

Und schließlich: Trifft es zu, dass dieser dämliche Torfjörkel von Gärtner, der alle vierzehn Tage bei Nachbars anrückt, die halbe Straße in seinen Lärm einhüllt und noch das letzte Blättchen mit dem Laubpuster bis auf die Straße verfolgt, dass dieser hirnlose Mog, der in der Schule schon zum Abschreiben zu dumm war, mir von der schreibenden Zunft jedesmal einen bezifferbaren Schaden zufügt, weil man sich bei dem Krach einfach nicht mehr konzentrieren kann?

Antwort: Richtig. Der Kerl schiebt dir seine externen Kosten zu. Statt leise und arbeitsaufwändig zu harken, benutzt er höllisch effiziente und ebenso laute Zweitakt-Maschinen dazu. Lärmbelastung gehört damit zu jenen Kostenfaktoren, die nicht vom Verursacher, sondern von allen (extern) getragen werden. Und am meisten von mir.

Dies und mehr in: Yoram Bauman u. Grady Klein, Economics: Mit einem Comic zum Wirtschaftsweisen. In bewährter deutscher Coyote-Übersetzung.

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