„Geht es um Männer, adeln wir den Hirnriss zur Erkenntnis“

Ich bin vielleicht ein bisschen langsam, aber sogar mir geht mittlerweile das permanente Männer-Bashing erheblich auf den Senkel.

Nicht, dass ich mich jedesmal persönlich angesprochen fühlte (Auslaufmodell!), aber ich kann Dummheit nicht leiden.

Wenn eine Arte-Doku die Leistungen der ersten deutschen Pilotinnen feiert, dann kommt eines höchstens am Rande zu Sprache: ihre Verstrickung in die Kriegsmaschine der Nazis. Verstrickung ohne Not, aus rein sportlichem Ehrgeiz. Dass sie sich, mit der Hand am Steuerknüppel, anschickten, eine so genannte „Männerbastion“ zu stürmen, steht als moralischer Wert so hoch, dass alles andere unter den Tisch fällt. Kein Mann käme mit so etwas durch.

Wenn das SZ-Magazin, wie neulich wieder, ein „Frauenheft“, respektive „Männerheft“, produziert, dann nach folgendem Rezept: Das Frauenheft bringt weibliche Erfolgsgeschichten aus jedem Lebensalter, von 10 (!) bis 80 Jahren. Das Männerheft berichtet überwiegend von Problemen oder gibt Männer gleich der Lächerlichkeit preis.

Was auffällt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der das alles abläuft. Wir haben uns daran gewöhnt wie an eine Dauerinfusion und akzeptieren diesen Quatsch als unwiderlegbare Normalität. Dabei ist es nichts weiter als politisch korrekte Ideologie. Und, yep, ich bin hier mal so humorlos wie der Texas Ranger aus True Grit.

Angeber in voller Fahrt (Foto: wagg66 / photocase.com)

Selbst ein kleiner, harmloser Beitrag wie „50 Jahre Kettcar“ in der BR-Kultursendung Capriccio schlenzt mittendrin und völlig unbegründet Weisheiten wie diese in den Text: „Jungen geben an, Mädchen fliegen.“ Woher wissen sie das? Sicher ist, sie wollen, dass wir an diesen charakterlichen Defekt glauben. Eigentlich nicht nötig. Als hätten wir es nicht schon tausendmal gehört.

Doch jetzt hält der Essay von Christoph Kucklick dagegen: Geschlechterverhältnis: Das verteufelte Geschlecht | Gesellschaft | ZEIT ONLINE.

Fünf Sterne von mir. Das Einzige, was man mitbringen muss, ist etwas Zeit. Der Mann ist gründlich.

Übrigens: Zu meiner Zeit hatten Mädchen noch kein Kettcar, sondern höchst einen Puppenwagen. Aber wie Wissenschaftlerinnen herausgefunden haben (unterdrückte weibliche Geschichte!), konnten auch die schon fliegen. Im Gegensatz zu den Kettcars, die bekanntlich bis heute nicht fliegen können.

Was noch? Ach ja, es ist nicht alles schlecht zwischen den Geschlechtern. Wer gestern Abend diese Quasselsendung auf Sat1 gesehen hat, muss eines zugeben: Frau Ferres passt doch zu Herrn Maschmeyer.

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