Zupackender Mamporrero

Übersetzer bei ihrer gefährlichen Arbeit. 1-a Gelegenheit, richtig auf die Fresse zu fallen. Dann doch lieber lieber Mamporrero. (Foto: seraph / photocase.com)

Also, ich mag ja dramatische Umschreibungen des Übersetzerberufs — vermutlich, weil selbiger so wenig Dramatisches hat. Mich stört auch nicht, dass solche Definitionen meist die Grenze zur Dämlichkeit streifen. Auf mich beziehen will ich sie aber auch nicht.

Da wird das Übersetzen beispielsweise mit dem Kapern eines fremden Schiffes gleichgesetzt („unter fremder Flagge!“) , da folgt man „Spuren im Schnee“ oder wühlt todesmutig im „Sprachmagma“ oder muss, Tolstoi zufolge, „in Ketten tanzen“ und was nicht alles. Ach ja, und ein „Drahtseilakt“ und ein „ewiges Ringen“ ist die Übersetzerei sowieso. Picassos berühmtes Wort „Ich suche nicht, ich finde“ hält man unter Übersetzern für keine Einstellung.

Aber heute zitiert der Perlentaucher den kolumbianischen Romancier Hector Abad mit einer Jobbeschreibung, die sich zum ersten Mal so anhört, als wäre es etwas für mich.

Nehmen wir zum Beispiel dieses alte Wort aus Kastilien, das ein Handwerk bezeichnet und dessen Bedeutung viele von Ihnen wahrscheinlich nicht kennen: ‚Mamporrero‚. […] Übersetzen ist genau dies.

Was genau, steht etwas weiter unten in der Magazinrundschau vom 08.05.2012.

Wesentliche Voraussetzungen, die für die Tätigkeit als Mamporrero mitzubringen sind: Man muss zupacken können, und warme Finger wären auch nicht schlecht. Sonst macht man das „Original“ im Handumdrehen kleiner, als es sein müsste. Aber sonst geht alles wie geschmiert, kein lästiges Ringen und so, kein wackliges Drahtseil, kein doofes Sprachmagma.

Na, das klingt schon mal nicht schlecht. Ich bin dabei!

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