Günniplag

Auch das noch. Jetzt hat der Günter, unser Undercover-Volksheld, die Steuer am Hals. Und so mancher Text soll auch nicht original von ihm sein.

„Anna, ming Droppe!“, schreit da der Kölner in mir, und schuld ist nur diese Gossenjournaille von der SZ. He, Leute, das ist Köln, was wollt ihr? Wallraff ist Kölner. Auch sein Nachlass ist mit dem Stadtarchiv untergegangen, schon vergessen?

Aber ihr … ihr seid schlimmer als die Schmierlappen von der Bild. Ihr macht noch kaputt, was übrig ist. Seid euch zu fein, mit Bild-Reportern auf einer Bühne zu stehen, aber wühlt im selben Schlamm. Widerlich!

Die Industriereportagen von Günter Wallraff waren eines der ersten „erwachsenen“ Bücher, die ich mir, vor gefühlten 100 Jahren, gekauft habe. Das soll alles nichts mehr wert sein? Und Die da oben, wir da unten bekam ich von meinem Vater einst zu Weihnachten  — aber nur, weil ich sie mir gewünscht hatte und sozusagen unter Vorbehalt, wegen der Tendenz, klar. Mein Vater war CDU-Stadtrat. Aber immerhin, ich bekam sie, ich sollte mir selber ein Urteil bilden. Ehrlich gesagt, Scholl-Latour fand ich später besser.

Und jetzt tun es andere. Urteilen über ihn. Ich sehe es schon vor mir: günnigplag.de zerfasert seine Bücher nach Fremdstoffen und — ha! — da kriegt der Name Wall–raff dochgleich einen ganz anderen Klang. Schlag den Raff!

Bitte keine Schadenfreude. Ich mag den Wallraff schon lange nicht mehr, ebenso wenig wie den Scholl-Latour, aber ich hänge dran. I’m getting old. Was gut war, soll gut bleiben. Ich will mich nicht mehr umgewöhnen.

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