Campo profundo, deep field, eintönige Welt

Vor kurzem schrieb Malte Lehming im Tagesspiegel: „Rationalisten leben in einer einfachen, aber auch eintönigen Welt.“ Ob er weiß was Entropie ist und daher versteht, wieso und wann ein offenes System stabil sein kann, ein geschlossenes aber zerfällt? Ob er weiß, was Forminvarianz ist, zum Beispiel in einer relativistischen Feldgleichung? Deren diskrete Symmetrie unter Ladungskonjugation – eine mathematische Operation – führte zur Entdeckung der Antimaterie, die überall in dieser Welt vorhanden ist. Ob er jemals von einem Christoffelsymbol gehört hat? Es beschreibt die Struktur von Raum und Zeit, in der wir mit unseren Satelliten leben. Ob er schon mal einem Kind den Regenbogen erklärt hat …?

Schöner Perlentaucher-Artikel von Ralf Bönt über Religiöses Ersatzwissen.

Okay, ich kann diese Fragen auch nicht alle beantworten, aber ich weiß, dass sie da sind. Für vieles andere genügt mir der Blick in den Nachthimmel. Allein diese Dimensionen, Milliarden von Lichtjahren, Licht-Jahren, mind you. Sie passen einfach nicht mehr zu unseren raumzeitlich doch sehr gebundenen und auf persönlicher Ebene reichlich kleinkarierten Wüstengottheiten, die erkennbar dem Bild des Menschen nachgeschaffen wurden. Die Relation kommt nicht hin. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Konzepte auch nur ansatzweise stimmen, ist so klein, dass der Abschied von einem Trugbild eigentlich leichtfallen müsste.

Und Sie können das auch: Eintreten in eine eintönige Welt, mitmachen bei der Tyrannei des Rationalismus. Es gibt hervorragende Volkssternwarten, bestimmt auch in Ihrer Nähe.

(Quelle: YouTube)

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