„Charles aß und aß …“

Es braucht dafür einfach eine Übersetzerin, die genauso radikal wie Flaubert selbst davon überzeugt ist, dass es für alles, was man sagen will, „nur ein richtiges Wort, nur einen richtigen Satz“ gibt, eine Meisterin ihres Fachs – Elisabeth Edl.

via Elisabeth Edls Neuübersetzung von „Madame Bovary“ – NZZ.ch.

Reichen einem Kritiker sonst schon wenige als „misslungen“ qualifizierte Wörter für einen Totalverriss, so ist es hier einmal umgekehrt. Die Neue Zürcher freut sich närrisch über ein paar Wortspiele, die so dolle gar nicht sind. Was darüber hinaus noch schön ist an dieser Neueinspielung von Flauberts Superroman, erfährt man nicht.

Aber was soll’s, ich glaube ja auch nicht an Flaubert aufgeblasenes Diktum, dass es für das, was man ausdrücken will, nur ein richtiges Wort, nur einen richtigen Satz geben darf. Weil nämlich das, was man ausdrücken will, sich schon durch den ersten Formulierungsversuch verändert. Es ist nichts Festes (ohnehin langweilig), sondern federt bei Berührung zurück, das macht es ja so faszinierend. Diesen dynamischen Widerstand des Materials begreifen Musiker aber weitaus schneller als Schreiber.

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