Schlussendlicherseits: Smells like C2H5OH

Die Welt bespricht die erste Biographie von David Foster Wallace, dem Curt Cobain der postironischen Literatur, und liefert bizarre Fakten, die lediglich bestätigen, was seine Übersetzer (oder zumindest einer von ihnen) immer geahnt haben: Der Mann war krank. Echt krank. Und er hat, von Buch zu Buch, nein, nicht etwa immer krankere Sachen geschrieben, sondern immer dieselben … Geschichten der absoluten Isolation. Immer dieselben Geschichten mit dem demselben lieblos kalkulierten Ende, das

a) Kritker so mögen,

b) das sich aber eigentlich nur selbst ins weltraumschwarze Nichts schießt und das ich

c) deshalb oft gerne umgeschrieben hätte — nur um zu zeigen, dass es geht. Bei anderen kann man das, bei anderen ist man ja immer schlauer.

Aus diesem Grund kann ich mich schlussendlicherseits (ein Wort wie von Herbert Knebel, das ich eigens für eine Story von DFW erfunden habe) auch nur der Leserreaktion von Julika82 anschließen: „Ach, es ist immer schade, wenn man gute Schriftsteller postum zerpflücken muss. Das ist irgendwie fies, denn verteidigen kann er sich nicht mehr.“

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