Wegen des großen Erfolgs: NSU-Prozess findet in Allianz-Arena statt

Die Herren in der Sabah-Redaktion klatschten sich ab, als hätte Galatasaray ein Spiel gewonnen. Oder besser, ein deutsches Fernsehteam hätte, Stunden vor der Entscheidung, ein bisschen an dem Überschwang herumgescriptet: Jetzt freut euch doch mal, ihr Hansel! Aber so, dass wir es sehen können. Dass demnächst die dumpfe Freundin von zwei toten Neonazis zu begaffen ist, ist doch wohl Grund genug. Es hängt so viel davon ab, unter anderem das Vertrauen in den Rechtsstaat.

Deshalb: Jahrtausendprozess, mindestens.

Grund zur Freude hatten auch Radio Lotte Weimar und die Brigitte, leer aus gingen dagegen überragende Medien wie FAZ und taz, die eben noch das Windhundverfahren als ungerecht verbellt hatten. Aber wie man’s macht.

Taz-Chefin Ines Pohl sprach von „Schweinesystem“ und „klarer Ausgrenzung, die dringend aufgearbeitet“ gehöre. Nicht bekannt ist, ob auch sie sich bei Ausrufung des Konkurrenzblatts Brigitte, wie ihre männlichen Kollegen, zu einem bitteren frauenfeindlichen Lachen verleiten ließ.

Allein FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher gab sich gelassen. „Der Ausgang des Losverfahrens, wiewohl unter notarieller Aufsicht zustande gekommen, ist vollkommen absurd. Diese Leute scheinen nicht zu wissen, dass auf der Welt nichts, ich betone, nichts von Bedeutung geschieht, ohne dass die wichtigste Zeitung Deutschlands eine persönliche Einladung erhält.“

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