Audiobücher

Ich bin ein akustischer Mensch. Jeder Satz, den ich in die Tastatur schreibe, muss den Klangtest bestehen. Das heißt, er muss laut gesprochen werden können, aufführbar sein.

Deshalb bin ich auch jedesmal berührt, wenn es dann tatsächlich geschieht und das geschriebene Wort in sein, wie ich finde, wahres Medium wechselt — und Ton wird.

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Das Psychologenportal der Deutschen Psychologen-Akademie schrieb über dieses Buch: „Hier tut sich eine wahre Fundgrube für Psychologen auf, denn eigentlich sollte niemand seine Approbation verliehen bekommen, ohne diese Geschichten zu kennen.“

Hörprobe David Foster Wallace  >>> hier.

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Hörprobe Joshua Ferris >>> hier.

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Am zugänglichsten ist David Foster Wallace immer dann, wenn ihn die Welt, etwa in Form einer Zeitschrift, dazu zwang, nicht ganz abzudrehen. Dabei wird auch deutlich, wie wenig er für seine Geschichten braucht. Er verlässt für zehn Minuten die Kabine — und kommt mit zwei Stunden Story zurück. Meine Definition für genialer Autor.

Hörprobe: Dietmar Bär liest den Anfang aus Schrecklich amüsant.

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Der Unterschied zwischen Capotes besten und seinen schlechtesten Storys lässt sich an einer einzigen Frage festmachen. Sie betrifft das Verfahren. Ist er seinem Gegenstand tatsächlich begegnet oder schreibt er nur über ihn — was der promigeile Reporter-Schriftsteller in seinen späten Jahren leider allzu häufig getan hat. Die beiden CDs versammeln (mit einer kleinen Ausnahme) Geschichten der ersten Art — aus erster Hand. Trotzdem nur eine zweitrangige Produktion, denn Hanns Zischler hatte offenbar keine richtige Lust.

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Hörprobe Zadie Smith >>> hier.

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Die Grundidee dieses Buchs ist eigentlich rasend gut, und dennoch würde ich so etwas nicht wieder übersetzen: zu naiv. Frau verliert bei islamistischem Terroranschlag Sohn und Mann — und schreibt dem Terrorführer einen Brief. Leider ist der linksintellektuell angehauchte Autor Chris Cleave nicht in der Lage, eine neue Bedrohung auch als solche zu erkennen, sondern verortet die wahren Schuldigen, politisch korrekt, im hergebrachten Schweinesystem, vertreten durch den Londoner Polizeichef, in den sich die Heldin im Lauf eines zunehmend wirren Plots verliebt. Absolut überzeugend hingegen die rau-verletzliche Stimme von Sophie Rois.

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Es sollte die Fortsetzung der Bridget-Jones-Geschichten werden, doch als Helen Fieldings Manuskript endlich vorlag, gab es bei Agenten wie Verlagen nur lange Gesichter. Hörenswert ist dieses Audiobook trotzdem, und das liegt einzig an der Sprecherin Ranja Bonalana. Sie ist nämlich nicht nur die deutsche Stimme von Renée Zellweger (Bridget), sondern auch in ungezählten Film- und Fernsehproduktionen präsent. Zu Recht, sie ist einfach klasse, viel besser als so mancher Großschauspieler, der mal nebenher ein Buch einliest.