Seitentribüne

Früher habe ich Karl Kraus nicht verstanden. Mittlerweile bin ich wohl alt genug. Bewegendes und Beklopptes — unkorroboriert und unkommentiert.

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17. Kalenderwoche
„Die Mädchen in der Autowerkstatt dagegen sehen sich eher nicht beim lebenslangen Schrauben und Löten. Ein Klischee wird dann doch noch bestätigt: Sie würden die Technik ’sowieso nicht kapieren‘. Schade.“

Die SZ über den berüchtigten „Girls‘ Day“, womit Schulen landauf, landab ihre Schülerinnen traktieren. Doch die Mädchen sind offenbar widerstandsfähiger, als die Sozialingenieure und Genderpropagandisten absehen konnten.

17. Kalenderwoche
„Das Ausland beneidet die Deutschen um ihre Regisseure und Schauspieler. Figuren wie Frank Castorf oder Thomas Ostermeier sind international berühmter als Bushido.“
Welt am Sonntag

Und beim Presserat zeigt man sich besorgt über den wachsenden Drogenkonsum in Deutschlands führenden Printmedien.

16. Kalenderwoche
„Aber wenn ich [Wim Wenders] in der Überschrift zitiert werde, ‚Nix für Wim-Wenders-Freunde!‘, wird er [der Kritiker Ulf Poschardt] sicher verstehen, dass ich genauer wissen will, warum ich diesen Film so ungenießbar finden soll, und was ich überhaupt in diesem Zusammenhang zu tun habe.“
Wim Wenders in eigener Sache in der Welt am Sonntag

Aber der große Regisseur sollte sich nicht so aufregen. Ich habe einmal einen Hollywood-Roman übersetzt, in dem ein einsamer Rächer ein asoziales Element namen Wenders umlegt. Und, nein, der Name war kein Zufall. Und, ja, damals fand ich das witzig.

16. Kalenderwoche
„Kein merkliches Echo fand in London übrigens der Tod von Günther Grass. Nur im Pavillon der Frankfurter Buchmesse gab es Pläne, eine Gedenknotiz aufzuhängen. Aus dem deutschen Sprachraum war immerhin Chonchita Wurst vertreten, die ihre Biographie vorstellte.“
SZ

So empfing eine respektvoll erschütterte Welt die Nachricht von seinem Tode.

16. Kalenderwoche
„Was macht man als Vater, wenn der Sohn gern Wände besprüht? Einfach mitgehen.“

Komplett nutzloser und dysfunktionaler Trend-Papa aus der Anonyität des SZ-Magazins. Mein Vorschlag: Am besten, ihr Deppen fangt mit eurer eigenen Doppelhaushälfte an und guckt anschließend, wie es euch gefällt.

15. Kalenderwoche
„Ali, 20, möchte nach seiner Flucht aus Afghanistan Bademeister werden — vor Beginn seiner Ausbildung musste er aber erst einmal schwimmen lernen.“
SZ

In letzter Sekunde retten die Fachkräfte Deutschland vor dem Untergang.

15. Kalenderwoche
„Die iranische Bombe ist nicht mehr zu verhindern. Aber ist das eine Katastrophe?“

Ich liebe den SPON-Kolumnisten Jakob Augstein. Zuverlässig denkt er sich Woche für Woche einen Wahnsinn mit Alleinstellungsmerkmal aus.

14. Kalenderwoche
„Wie war die Stimmung in dem Flugzeug, das in den Tod flog? Ich hoffe, sie waren glücklich, bevor sie starben.“
Post von Wagner in der Bild

Doch auch die Emma ist sich nach der Tragödie um die Germanwings-Maschine für Niedertracht nicht zu schade:

„Die Selbstmordquote […] ist bei Männern viermal so hoch wie bei Frauen. Die Lufthansa könnte also das Risiko, dass ihre Piloten das Flugzeug zu Selbstmord und vielfachem Mord missbrauchen, mit jeder Frau, die sie zur Pilotin ausbilden, ganz erheblich reduzieren.“

Und noch etwas: Eine solche solche Argumentation widerspricht auch sonst jeder Quoten-Logik. Wenn die Selbstmordrate bei Männern tatsächlich viermal (!) so hoch ist, müsste man dann nicht eher dafür sorgen, dass die Frauen endlich gleichziehen?

12. Kalenderwoche
„Was ist mehr wert: Das Leben eines griechischen Rentners? Oder ein deutscher Streifenwagen?“
Der kleine Augstein nach den bürgerkriegsähnlichen Szenen rund um die EZB-Eröffnung.

Okay, hier noch einmal die Frage: Was ist mehr wert? Verrenteter Pleitegrieche oder deutsches Einsatzfahrzeug?

Bemühen wir uns um eine ausgewogene Antwort. Nach den Blockupy-Krawallen ist mit ziemlicher Sicherheit der Grieche mehr wert.

9. Kalenderwoche
„Wenn man die Leute fragt, die Lilienthal länger kennen, sagen sie, dass er ein tiefes Misstrauen gegenüber funktionierenden Systemen hat.“
Das SZ-Magazin über den künftigen Intendanten der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal.

Und mit solche Ansichten kann man es im deutschen Kulturwichtigtuerbetrieb allemal weit bringen, schließlich ist ja auch der Peymann gegen den Kapitalismus.

Gleichwohl darf man wohl davon ausgehen, dass sogar Herr Lilienthal pünktliche Züge zu schätzen weiß. Oder dass der Cheeseburger in der Systemgastronomie gefälligst pronto auf seinem Tablett liegt. Und natürlich, dass das Geld von der Stadt regelmäßig kommt. Genau genommen hegt er nur dort ein tiefes Misstrauen gegen funktionierende Systeme, wo es ihn nicht selber betrifft.

9. Kalenderwoche
„Wenn Sie jetzt Juden davor warnen, Viertel mit hohem muslimischen Anteil mit Kippa zu betreten, also, zugespitzt, Juden vor Muslimen zu warnen, sorgen Sie damit nicht dafür, dass Muslime sich von Ihnen angegriffen und stigmatisiert fühlen?“

Caren Miosga von den Tagesthemen im Interview mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Zugleich der bemerkenswerte Versuch der Reduktion von kognitiver Dissonanz.

9. Kalenderwoche
„Gemeinsam ist allen [Romanfiguren], dass der Hase des Schicksals immer wieder ganz anders im Pfeffer liegt …“
Buchkritik in der SZ

9. Kalenderwoche
„Athen stimmt Reformen eng mit Brüssel ab.“
SZ
Unoriginellste Lüge der Woche

9. Kalenderwoche
„Die Fassungslosigkeit über die Spähattacke [auf die Redaktion der taz] dauert an …“
… ebenso wie die Bewunderung für Edward Snowden.

Die taz in eigener Sache.

7. Kalenderwoche
„Ach, gucken Sie mal da …“
FDP-Chef Christian Lindner stößt im Düsseldorfer Landtag einer SPD-Drohne Bescheid — hier.

7. Kalenderwoche
„Griechischer Finanzminister vergleicht Troika-Methoden mit CIA-Folter.“
Focus.de

Griechischer Finanzminister bringt Troika auf eine Idee.

5. Kalenderwoche
„Der ‚Wutbürger bekommt angesichts der Attentate von Paris und Kopenhagen eine böse Bedeutung.“
Die FAZ bemüht sich überzeugend um das Prädikat Lügenpresse.

Dicht dahinter die Prantl-Prawda SZ mit der Feststellung:
„Der Attentäter von Kopenhagen war vor allem eines: Däne.“

Nicht umsonst warnen deutsche Sicherheitsbehörden derzeit verstärkt vor Dänen.

5. Kalenderwoche
„Nicht nur die Krebspatienten, auch der Papst hat mich sehr beeindruckt.“
Die bayerische Gesundheitsministerin auf Krankentour beim Papst

5. Kalenderwoche
„Der Karneval soll nicht zu Sorgen führen — vielmehr wollen wir alle gemeinsam unbeschwert feiern.“
Das Festkomitee meiner verrotteten Heimatstadt zu No-Charlie.

4. Kalenderwoche
„Böse Worte über EU-Prüfer bezeichnete Varoufakis schlicht als Übersetzungsfeher.“
SZ
Ja, klar: die Übersetzer mal wieder.

3 ½. Kalenderwoche
„Alle Ergebnisse sind nicht repräsentativ.“

… schreibt Welt Online über eine Umfrage zur Zukunft von Pegida. Sie hätten auch schreiben können: „Kein Ergebnis der Umfrage ist repräsentativ, und unser Artikel dazu ist eigentlich reiner Schrott, doch als Profis lassen wir außer uns selbst nichts verkommen.“

3. Kalenderwoche
„Die drei Attentäter von Paris und ihre mutmaßlichen Komplizen wurden in eine feindliche Welt aus Beton geboren.“

Spät, aber immerhin: Zehn Tage nach dem Gemetzel in der Charlie-Hebdo-Redaktion enthüllt die SZ die ganze, betroffen machende Wahrheit.

2 ½. Kalenderwoche
„Als Konsequenz auf die Anschläge forderte Merkel eine Rückbesinnung auf die demokratischen Werte.“
Die Zeit

In derselben Woche sagte die Kanzlerin auch: „Die Scharia steht nicht über dem Grundgesetz.“
Gut, dass sie das gesagt hat.

2. Kalenderwoche
„Ein Mensch ist gestorben, er ist tot, unwiderruflich …“
Tatort

Doch das ist nicht das einzige Problem. Die letzte Hirnzelle des Drehbuchautors ist gestorben, sie ist tot, unwiderruflich.

1 ½. Kalenderwoche
„Mit einem Wort, es fehlt [Raoul] Schrott entschieden der Sinn dafür, welch ein gewaltiger Abstand in Zeit, Denkungsart und auch dichterischem Vermögen ihn von Hesiod trennt, jenem fernsten Gestirn am Nachthimmel unserer Tradition, das wir noch mit bloßem Auge erkennen können.“
Übersetzungskritik in der Süddeutschen

1. Kalenderwoche
„Ob er neidisch auf Komiker wie Mario Barth sei, der Stadien füllt statt salzige Grotten? Quatsch. Barths Gags seien ihm zu dünn.“
Der Witzeerzähler Fips Asmussem im Cicero-Porträt.

 

2014

52 ½. Kalenderwoche
„Rückkehrer aus Syrien oder dem Irak können eine Gefahr sein, vor allem, wenn sie ausgegenzt werden.“
Unsere SZ wieder.

Aber die Zeitung hat natürlich recht, Ausgrenzung ist schlecht. Ich bin daher ebenfalls entschieden gegen Ausgrenzung und für größtmögliche Eingrenzung. Beispielsweise im Knast.

52. Kalenderwoche
„Ist es Zufall, dass er, der elegante Weltmann [Udo Jürgens], gerade jetzt geht, wo dieses Land wieder miefiger wird?“
SZ

Nein, kein Zufall. Udo Jürgens starb während eines Spaziergangs an Herzversagen, und das ist mit dem menschlichen Leben nicht vereinbar. Mit meinem Verständnis von journalistischem Anstand hingegen ist es nicht vereinbar, wenn selbst ein Nachruf für politische Propaganda missbraucht wird.

51. Kalenderwoche
„Ich weiß, dass meine Glaubwürdigkeit relativ solide gelitten hat.“
Jean-Claude Juncker zur Frage, ob man nicht den Bock zum Gärtner gemacht hat.

In puncto Bescheuertheit etwa gleichauf, aber mit etwas mehr Gemeinsinn äußerte sich in dieser Woche BER-Chef Mehdorn: „Ich bedaure meinen Rücktritt persönlich sehr.“

49. Kalenderwoche
„Nach der tödlichen Attakce auf Tugce A. in Offenbach stellt sich wieder einmal die Frage, ob es bei jugendlichen Gewalttätern eine Alternative zum Wegsperren gibt.“
SZ

Eine echte Alternative zum Wegsperren? Keine Angst, damit meint die SZ nicht etwa die Todesstrafe, sondern maximal ein Anti-Gewalt-Training plus ein paar Sozialstunden und natürlich ganz, ganz viel Zuhören.

48. Kalenderwoche
„Die Frauenquote sind die Schwimmflügel der Gesellschaft.“
Fröhliches Genderdümpeln mit dem Prantl der Woche

48. Kalenderwoche
„Franziskus: Europa ist krank.“
Aufmacher in der SZ

Richtig, November ist Schnupfenzeit. Und Allergiezeit, denn ich leide mittlerweile an einer persistenten Unverträglichkeit gegen solche Bezichtigungen. Warum sagt er nicht gleich: „Herr, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie jene … Europäer.“

47. Kalenderwoche
„Erdogan: Osmanische Raumfahrer als Erste auf dem Mond!“
Der türkische Präsident in zirka zwei Wochen — nach dem nächsten Schub.

44. Kalenderwoche
„Es sind unsere Söhne und Töchter. Ein Großteil wurde hier geboren. Sie sind in unsere Schulen gegangen, in unsere Moscheen, in unsere Sportvereine. Wir tragen für deren Radikalisierung Verantwortung.“

Ich wusste, dass das jetzt kommt. Innenminister Thomas de Maizière eröffnet den Schuldkomplex-Walzer über „unsere“ verkommenen Sprösslinge Jihad-Yussuf und Jihad-Jane. Danach kann ja Bischöfin Käßmann übernehmen.

43. Kalenderwoche
„Lange galt ihr Werk als sperrig.“
Das haben Skulpturen zuweilen so an sich. Die SZ über die Bildhauerin Isa Genzken.

42. Kalenderwoche
„Wir alle haben Ebola unterschätzt.“
Außenminister Steinmeier

Vor allem aber haben wir die geradezu außerirdische Unfähigkeit der afrikanischen Staaten unterschätzt. Am Ende muss wieder der weiße Mann einspringen und sich fragen: „O Gott, was haben wir falsch gemacht?“

41. Kalenderwoche
„Alle lachen über die Bundeswehr und ihr marodes Material. Aber Vorsicht: Die Antwort auf den Spott wird eine Aufrüstung sein, dass uns Hören und Sehen vergeht.“
SPON-Kolumnist Jakob Augstein denkt wirklich außerhalb der Box. Jeder Box.

40. Kalenderwoche
„Jelinek bohrt tief, sticht in die deutsche Seele, erzengelhaft mit ihrem Schwert aus Sprache.“
Das Feuilleton der SZ über das neueste Produkt der NSU-Industrie

39. Kalenderwoche
„Eine Ermittlerin des Bundeskriminalamts sagte am Montag vor Gericht, der mutmaßliche Terrorist Taifun S. (24) habe einen frustrierenden Start ins Berufsleben erlebt.“
General-Anzeiger Bonn

OMG, genau wie bei mir.

In einer anderen Zeit. Ich glaube, es war letztes Jahr …

Smile

30. Kalenderwoche
„Ohne das Internet wäre ich nie Ministerin geworden.“
Ursula von der Leyen über die Schattenseiten der digitalen Welt

29. Kalenderwoche
„Kolbenfüller sind wiederbefüllbar. Für Vielschreiber oder in Betrieben mit vielen Beschäftigten lohnt sich die Einliter-Tintenflasche. Falls Sie Füller nicht mögen, benutzen Sie Kugelschreiber aus Metall oder Holz mit auswechselbarer Großraummine.“
Lebensnahe Mülltipps von unserem Abfallwirtschaftsbetrieb. Wäre ich nie drauf gekommen. Wenn Sie Füller nicht mögen …

28. Kalenderwoche
„Mit dieser Erzählung über die letzten Tage ihrer Großmutter … gewann Katja Petrowskaja den Bachmannpreis.“ (Welt am Sonntag)

Na ja, womit auch sonst als Tod und Sterben? Reine Science Fiction ist daher folgende Meldung: „Mit dieser saukomischen Geschichte über ihre schrullige Oma (Wer fährt im Hühnerstall Motorrad, bei Suhrkamp Verlag Abwicklungsgesellschaft mbH) gewann die deutschrussische Autorin den diesjährigen Bachmannpreis.

27. Kalenderwoche
„Das Buch ist für Leute geschrieben, die nicht schon alles wissen, die nicht bei Greenpeace oder den Grünen sind.“
Schauspieler Hannes Jaenicke in der SZ über sein überflüssiges Buch.

Also überflüssig für mich. Ich bin zwar weder bei Greenpeace noch den Grünen, aber ich weiß alles.

26. Kalenderwoche
Die Islamisierung der Woche. Und ein Fernsehbericht, der reflexartig mit den Worten beginnt: „Was darf Kunst, was darf sie nicht?“ Zum Beispiel Propheten beleidigen und so. Ich persönlich beleidige ja gern Propheten, sowohl allgemein als auch im Besonderen den Propheten. Ich mache nichts lieber als das, weil ich sie allesamt für Betrüger und nutzloses Gesindel halte. Und die Kunst soll das auch dürfen.

25. Kalenderwoche
„Der Traum vom Weltraum ist Teil des Traums, China noch stärker zu machen.“
Der chinesische Staatspräsident Xi in der SZ.

Und hier das Bild dazu: Stolz präsentieren sich die drei Schrumpf-Taikonauten vor einem Stück Weltraumschrott, das direkt aus einem Roman von Jules Verne stammen könnte. Stark.

24. Kalenderwoche
„Die Universität Leipzig wird die zahlreichen Protestschreiben gegen ihre neue ‚Professorinnen‘-Sprachregelung wissenschaftlich untersuchen. ‚Damit bekommt die Sache einen akademischen Nutzen‘, sagte die Uni-Rektorin.“ (tagesspiegel.de)
Als Nächstes will sich die Rektorin ins Bein hacken, um sich auf diese Weise verstärkt für eine barrierefreie Uni einzusetzen. Damit bekommt die Rektorin, wenn schon keinen akademischen, zumindest einen praktischen Nutzen.

23 ½. kalenderwoche
„Wir sind schuldig.“
Der kleiner Augstein der Woche. Der kleine Augstein weiß ganz genau, dass wir und nicht Schleifen im Jetstream für den Dauerregen verantwortlich sind.

23. Kalenderwoche
„Es gibt etwas, das sich Twitter nennt, und das ist eine Plage.“
Der türkische Premier Erdogan über soziale Netzwerke — die leider auch den Gezi-Demonstranten zur Verfügung stehen.
Aber wo er recht hat, hat er recht.

22 ½. Kalenderwoche
„Amerikaner bestehen auf den Waffen, die sie tragen. Deutsche auf jenen, in denen sie sitzen.“ (SZ)
Und es gibt einen Punkt, an dem kritisches Bewusstsein in sein Gegenteil umschlägt — und Schwachsinn wird.

22. Kalenderwoche
„Tod und Sterben sind derzeit die großen Themen der deutschen Literatur.“ (SZ)
Sounds like fun.

21 ½. Kalenderwoche
„Dass Sie hier jetzt Zeitung lesen, ist nicht möglich.“
Der Vorsitzende Richter im NSU-Prozess zu einem Nebenkläger, dem offenbar langweilig geworden war, weil Beate Zschäpe nicht gleich an Ort und Stelle gehängt wurde.

21. Kalenderwoche
„Hier haben sie sich erholt. Davon muss sich die Insel noch lange erholen.“
Durchgeknallter SZ-Artikel über die Ferieninsel des NSU-Trios. Nur Nazis fahren jetzt noch unbeschwert nach Usedom.

20 ½. Kalenderwoche
„Das Buch von Naomi Wolf, das den schönen Titel ‚Vagina‘ trägt, ist deshalb so wichtig, weil es bisher gefehlt hat.“
Buchkritik in Welt kompakt
Okaaay …

20. Kalenderwoche
„Nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs der Stadt Köln im März 2009 werden stark zerstörte Fragmente von Archivalien als Köln-Flocken bezeichnet, eine Anspielung auf Köllnflocken.“
Wikipedia

19 ½. Kalenderwoche
„Genau so großartig, wie alle sagen.“
Der englische Observer über ein Buch, das ich gerade übersetzt habe. Mehr muss man nicht wissen.

19. Kalenderwoche
„Am meisten hat mich die Darstellung der Personen enttäuscht. Alle sind sie irgendwie doof oder dämonisch.“
Historische Buchkritik in der Zeit über ein Buch, das ich vor ewigen Zeiten einmal übersetzt habe.

18 ½. Kalenderwoche
„Bei der Nennung einiger, vor allem kleinerer Medien oder der Frauenzeitschrift ‚Brigitte‘ brach im Saal unter den Journalisten Gelächter aus.“
Spiegel online über die Folgen des Losverfahrens für Presseplätze im Zschäpe-Prozess
Höre ich in dem Gelächter etwa Frauenfeindlichkeit heraus?

18. Kalenderwoche
„Ich habe keinen einzigen amerikanischen Freund.“
Boston-Bomber in allen Medien
Ääh? Wie jetzt?

17 ½. Kalenderwoche
„Sie trieben Sport und schienen ein lockeres Verhältnis zum Islam zu pflegen.“ (SZ)
Da haben wir ja noch einmal Glück gehabt. Was hätten sie bei einem weniger lockeren Verhältnis gezündet? Eine Atombombe?

17 ¼. Kalenderwoche
„Do you guys mean to invade Iraq with just one translator?“
Aus der Mini-Serie Generation Kill

17. Kalenderwoche
„Ich möchte mir unser Bildungssystem nicht von den Freien Wählern zertrümmern lassen.“
Seehofer
Was ist passiert? Die Freien Wähler plädieren für das G9, weil die Kids dort mehr lernen und dann noch besser unser Bildungssystem kaputtmachen können.

17. Kalenderwoche:
Das Lehrvideo der Woche: How to Sharpen Pencils.

16 ½ Kalenderwoche
„Längst geht es bei vielen Sängern nicht mehr um Musik, sondern knallhart ums Geschäft.“
Mutiger Beitrag in einer TV-Kultursendung. Wer hätte gedacht, dass Profimusiker nicht nur zum Spaß Musik machen.

16 ¼ Kalenderwoche
„Wirklich inspirierend, hierherkommen zu können. Anne war ein großartiges Mädchen. Hoffentlich wäre sie ein Belieber [Bieber-Fan] gewesen.“
Hoffentlich. Eintrag von Justin Bieber im Gästebuch des Anne-Frank-Hauses

16. Kalenderwoche
„Offensichtlich sind die ‚Stolpersteine‘ in den Köpfen der Münchener angekommen.“
Thick as a brick: Lokale TV-Station über eine besonders wichtigtuerische Form des Gedenkens.

15 ½. Kalenderwoche
„NSU-Prozess: Beate Zschäpe bietet türkischer Zeitung ihren Sitzplatz an.“
http://www.der-postillon.com

15. Kalenderwoche
„So bleibt einem – staunend und lachend – chronisch die Luft weg bei dem, was Carstensen, Trifonow, Drummer Jarle Vespestad, Klarinettist Filip Simoneov, Gittarist und Sänger Nils-Olav Johansen sowie Bassist Finn Guttormsen da treiben.“
Begeisterte Musikkritik in der SZ

Der Coyote rät dennoch von einem Besuch des Konzerts ab. Denn wenn einem, wie versprochen, chronisch die Luft wegbleibt, wird man am Schluss mit den Füßen zuerst aus dem Saal getragen.

14. Kalenderwoche
„I was right about the publishing world: it stinks.“
Inspector Barnaby

13 ½. Kalenderwoche
„Bankguthaben sind eine sensible Sache, deshalb macht man es am Wochenende.“
Schäuble über den günstigsten Zeitpunkt für eine Enteignung der Bürger

13. Kalenderwoche
„Seit Katja Riemann ist klar: Nüchtern ist auch scheiße.“
TV-Autor Mickey Beisenherz in der Welt am Sonntag

12. Kalenderwoche
„Mehrere Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes sollen sich offen islamfeindlich und rassistisch geäußert haben. Sie gehören ausgerechnet zu einer Abteilung, die militante Islamisten beobachtet und deswegen besonders sensibel sein müssten.“ (SZ)
Hört sich an wie der Prantl der Woche (warm!), ist aber nur der Leyendecker der Woche.
So, und als Nächstes suchen wir Nazijäger, die nicht einsehen, dass man Nazis nur mit der gebotenen Sensibilität anpacken darf.

11 ½. Kalenderwoche
Video der Woche: Kranplätze müssen verdichtet sein

11. Kalenderwoche
„Niebel will Pferdefleisch an Arme verteilen.“ (spiegel.de)
Reiche müssen auch weiterhin mit lebenden Pferden vorlieb nehmen.

10. Kalenderwoche
„Wenn Sie Linux verstehen wollen, müssen Sie hinsichtlich des Erwerbs und der Nutzung von Computersoftware radikal umdenken. (Hinweis: ‚Radikal‘ bedeutet hier, den Dingen auf den Grund zu gehen, und nicht, sich Perlenketten umzulegen und das Verwaltungsgebäude zu besetzen.)“
Aus Linux für Dummies. Das Buch ist übrigens mehr als 400 Seiten dick.

9. Kalenderwoche
„Ich bräuchte mal alle ungelösten Verbrechen rund um Braunschweig.“
Tatort-Kommissarin am Telefon

8 ½. Kalenderwoche
„Die Sache mit der Selbstentscheidung der Frau ist ja … vielschichtig.“
Kirchenjournalist bei Jauch

8. Kalenderwoche
„Außer unseren Redetexten wächst gar nichts.“
Schon gar nicht zusammen. Kluge Äußerung von EU-Kommissar Oetinnger in der Bild.

7 ½. Kalenderwoche
„Der Deutsch-Italienische Übersetzerpreis geht in diesem Jahr posthum an den im Dezember 2012 vertorbenen Romanisten Hartmut Köhler. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm für seine Prosa-Übersetzung der „Göttlichen Komodie“ Dantes zugesprochen. (SZ)
10.000 Euro, wie viel ist das im Jenseits?

7 ¼. Kalenderwoche
„Der Botschafter der Islamischen Republik Iran gibt einer Frau grundsätzlich nie die Hand, er hat auch Claudia Roth noch nie die Hand geschüttelt.“ (welt.de)
Sprecher der iranischen Botschaft

7. Kalenderwoche
„Wir gestehen Männern ein Hirn zu.“
Feministin in der Süddeutschen

6 ¼. Kalenderwoche
„Ohne eine bessere Bildung können wir das ganze Piraten-Parteiprogramm vergessen.“
Galionsfigur Marina Weisband auf spiegel.de
Ich fürchte, um das Piraten-Parteiprogramm zu vergessen, reicht normale Bildung vollkommen aus.

6. Kalenderwoche
Heikel wurde die Geschichte durch ihren Subtext: die Täter sind dunkelhäutig, zwei der Opfer so blond wie Michel aus Lönneberga.“
Die SZ über den Film Play von Ruben Östlund
Wer nur Tatorte gewöhnt ist, kriegt hier natürlich einen Schreck.

5 ½. Kalenderwoche
„Es gibt positiven Sexismus, so wie es positiven Rassismus gibt.“ (spiegel.de)
Wahrscheinlich immer dann, wenn es gegen weiße Männer geht.
Kaum hat sich der kleine Augstein von seiner Top-ten-Position auf den Antisemitismus-Charts erholt, schreibt er wieder den gewohnten Unsinn. Das ist Resilienz. Das können nur weiße Männer.

5 ¼. Kalenderwoche
„Westerwelle beschwert sich bei Russlands Botschafter über Homophobie.“ (spiegel.de)
Die Antwort kann er sich eigentlich denken. Wie der weißrussische Präsident Lukaschenko schon sagte: „Lieber Diktator als schwul.“

5. Kalenderwoche
„Die Sprachhygieniker können uns Schreiber mal.“
Feridun Zaimoglu in der Neger-Debatte

4 ½. Kalenderwoche
„Forscher hatten schon länger vermutet, dass es keine gute Überlebensstrategie ist, gleichzeitig am Steuer zu sitzen und sich mit dem Smartphone zu beschäftigen.“ (SZ)
Forschung auch weiterhin unverzichtbar

4 ¼. Kalenderwoche
„So wirklich verführerischen Männern begegnet man im Reichstag eher selten.“ (Bild)
Sarah Wagenknecht über ihr Jagdrevier — aus der Zeit vor Brüderle. Außerdem weiß ich nicht, worüber sie sich beklagt. Mit Lafontaine hat sie doch den Schönsten abgekriegt.

4. Kalenderwoche
„Braune Briefe ins Bellevue: Präsident Gauck ringt mit Fremdenhass.“ (SZ)
Auf seine Weihnachtsansprache (siehe weiter unten) erhält der Bundespräsident ungewöhnlich viel Bürgerpost. Seitdem ringt er. Aber weniger mit Fremdenhass denn mit der Realität.

3 ½. Kalenderwoche
„Erst Frauen, dann Schwule und Israel. Wir sind stolz, zu den Opfern des Integrationspreisgewinners Bushido zu gehören.“ (spiegel.de)
Die israelische Botschaft reagiert gelassen auf ein Pali-Solidaritäts-Tweet des beliebten Sprechgesangskünstlers mit Hintergrund.

3. Kalenderwoche
„Es ist wahrscheinlich die erste Erwähnung des Wortes Scheiße in hebräischer Sprache.“ (SZ)
Und wo wurde es entdeckt? Natürlich in meiner reinlichen Heimatstadt Köln, wo man Scheiße nicht einfach so auf den Synagogenhof wirft.

2. Kalenderwoche
„Dem Struwelpeter kann man seinen Mohren nicht nehmen, ohne sein Reimgefüge zu zerstören.“
Die SZ über gestrichene Neger in Kinderbüchern.

1. Kalenderwoche 2013
„Sie kommen hierher, weil alles so schön bunt und so abenteuerlich und so quirlig ist, aber wenn sie eine gewisse Zeit da waren, wollen sie es wieder so haben wie zu Hause. Das passt nicht zusammen.“ (Berliner Morgenpost)
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse über Schwaben in Berlin. Nur gut, dass er nicht „Migranten“ gesagt hat.

Das Rattenrennen geht auf jeden Fall weiter. (Foto: Geolog)

Das Rattenrennen geht auf jeden Fall weiter. (Foto: Geolog)

52 ¾. Kalenderwoche 2012
Welt am Sonntag: Ihre deutschen Orchestermusiker sind ja nicht in dem Maße mit dieser [Walzer-]Musik aufgewachsen wie Musiker aus Wien. Wie erklären Sie Ihren Leuten, was das Geheimnis des Dreivierteltaktes ist?
Thielemann: Och Gott.
Interview mit dem Dirigenten Christian Thielemann

52 ½. Kalenderwoche
Spiegel: Sie dagegen sagen, Ihnen fehle Gott. Was fehlt Ihnen konkret?
Walser: Da muss ich aufpassen, dann sind Sie nachher weg, und ich könnte mich aufhängen.

Keine Angst, das macht er schon nicht.
Okay, ich weiß, das ist jetzt unfair, weil zu leicht: Aber jedesmal, wenn ich so gar nichts für die Seitentribüne habe, schnappe ich mir das neueste Interview vom Walser. Erstens gibt es fast jede Woche irgendwo ein Interview mit dem Walser, und zweitens wird man immer fündig.

52 ¼. Kalenderwoche
„Sorge bereitet uns auch die Gewalt in U-Bahnhöfen oder auf Straßen, wo Menschen auch deshalb angegriffen werden, weil sie schwarze Haare und eine dunkle Haut haben.“

Aus der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten, der als Bundespräsident nie den Lokalteil liest, weil dann wäre er ja Lokalpräsident, und wie wir alle wissen, ist lokal da, „wo die Menschen sind“.

„In welcher U-Bahn fährt Gauck?“
Leserkommentar auf faz.de

52. Kalenderwoche
„Ich bin nicht immer glücklich mit den Botschaften von der Kanzel.“
Bei verhärteten Sündern wie Innenminister Friedrich auch kein Wunder. Alle anderen sind voll mit Jubilieren beschäftigt.

51. Kalenderwoche: Die Welt geht unter
U.a. mit den Weltuntergangswochen im Verlagswesen
„Es wäre ein bitterer Scherz des Weltgeists, wenn Suhrkamp an einer Nebenkostenrechnung zugrunde ginge.“ (Welt am Sonntag)

Ja, der „Weltgeist“ treibt zuweilen seine Scherze, aber Gottes Geduld ist nicht grenzenlos. Und wir erinnern uns an Suhrkamp als den Verlag mit den langweiligen Covern.

Weltuntergangswoche, der Witz
„EZB akzeptiert griechische Staatsanleihen als Sicherheit.“
Zeitungsmeldung

Weltuntergangswochen im städtischen Raum
„Berlin und Ruhrgebiet werden Armutshochburgen (spiegel.de)
Kleiner Trost: Köln bleibt aber Karnevalshochburg und geht erst unter, wenn die U-Bahn fertig ist.

Untergangswoche in der Finanzwelt
„Wenn wir uns anders verhalten können bei der Aufklärung, dann werden wir die Vorschläge der Staatsanwaltschaft gerne prüfen, um die Effizienz der Zusammenarbeit zu verbessern.“
Deutschbanker Fitschen im Handelsblatt
Die Gentlemen geruhen zu prüfen, ob die Staatsanwaltschaft gegen sie ermitteln darf. Bravo! Auf so eine Idee ist nicht einmal Al Capone gekommen. Untergeher sehen anders aus.

Untergangswoche in der Presse
„Vielleicht sind wir nur die neuen Schlecker-Frauen.“
Redakteur der Financial Times Deutschland in einer NDR-Doku

Untergangswoche für GEZ-Kontrolleure
„Es gibt aber noch eine gute Nachricht. Man darf noch selber entscheiden, ob man das, was man bezahlen muss, auch anschaut. Die Fernsehpflicht kommt erst, wenn Werbeeinnahmen wegbrechen. Also voraussichtlich 2014.“
Quotenqueen über die neue „Haushaltsabgabe“ der GEZ

50 ¾. Kalenderwoche
„Dass der Verlag mehr Geld verdienen könnte, glaubt jeder sofort, der mit der Situation der Branche einigermaßen vertraut ist. Doch wäre Suhrkamp dann noch Suhrkamp?“ (Welt)
Vermutlich nicht. Dann wäre Suhrkamp wie alle anderen Verlage, die mit ihren Büchern nur Geld verdienen wollen, diese Schweine.

50 ½. Kalenderwoche
„Blanker Neid, Missgunst und Schadenfreude kommt aus meinem Handy …“
Tweet von Boris Becker nach Shitstorm über eine patriotische Äußerung. Dadurch ist das Handy des Tenniscracks kaputtgegangen, sodass nur noch negative Sachen herauskommen.

50 ¼. Kalenderwoche
„Der SPD-Bezirksvorsitzende von Feldmoching-Hasenbergl lud ein, ‚uns Politikern auf die Finger zu schauen‘, und warb darum, sich einzubringen.“ (SZ)
Unoriginellste Lüge der Woche

50. Kalenderwoche
„Es war einmal, schon lang ist’s her,
Da war so wenig so viel mehr.“

Gereimter Weihnachtsgruß von meiner Bank. Die Scherzkekse meinen aber ganz allgemein die gute alte Zeit mit ihren bescheidenen Wünschen und leuchtenden Kinderaugen und keineswegs das derzeitige Zinsniveau.

49 ¾. Kalenderwoche
„Ich denke, Zensur — genau wie Sicherheitskontrollen am Flughafen — ist notwendig.“
Sagt der chinesische Literaturnobelpreisträger Mo Yan.

Ich bin eigentlich ein friedlicher Mensch, aber könnte ihm dafür bitte jemand bei der Preisverleihung am Montag einen in die Fresse hauen? Just to show him. Ich denke, manchmal ist Fressehauen einfach notwendig. Und nicht einmal die angemessene Strafe, denn Zensur ist viel schlimmer als bloß einen in die Fresse zu kriegen.


Das gäbe es unter einer funktionierenden Zensur überhaupt nicht mehr: Starjournalist Jermey Paxman stellt dem konservativen Parteichef Michael Howard zwölf Mal dieselbe Frage, weil der dauernd ausweicht: „Did you threaten to overrule him?“
(Quelle: YouTube)

49 ½. Kalenderwoche
„A wop bop alu bop, a wop bam boom!“
Die Süddeutsche über die „Essenz des Rock ’n‘ Roll“, zugleich die schönste SZ-Schlagzeile des Jahres. Selbst nach all der Zeit werden dabei chinesische Zensoren nervös. Was meint der Autor mit mit „wop bam boom“? Verdammt, was meint der?

49 ¼. Kalenderwoche
„Dialekt-Kurs für Ärzte soll Umgang mit alten Patienten fördern.“ (SZ)
Zu den Kursangeboten gehört auch Kiez-Deutsch. Hier begrüßt man sich korrekt mit „Hassu Problem, Alda?“

49. Kalenderwoche
„Das katholische Hetzportal kreuz.net ist über Nacht aus dem Internet verschwunden.“ (SZ)
Iglaubs.net. Im Grunde läuft das so wie im Horrorfilm. Wenn die Zombies zu schnell und zu einfach erledigt werden, kommen sie wieder.

49. Kalenderwoche
„Wir Schwulen machen doch fast jeden Blödsinn mit, warum also nicht auch ein schwul-lesbischer Weihnachtsmarkt?“ (ksta.de)
Grünen-MDL Arndt Klocke

48 ¾. Kalenderwoche
„Die Islamisten haben allen Versprechungen zum Trotz eine Verfassung geschrieben, in der sich Christen und Liberale nicht wiederfinden.“

Und darüber ist die SZ völlig entgeistert. Aber was soll’s bei einer Zeitung, die im Wirtschaftsteil derselben Ausgabe mit Wahrheiten wie dieser aufwartet: „Kurzfristig Gewinne zu schaffen, ist noch keine langfristige Strategie.“

48 ½. Kalenderwoche
„Die Stadt sollte ein Interesse daran haben, den Wohltäter kennenzulernen ….“ (SZ)

Der Penzberger Imam und falsche Magister B. Idriz über unseren OB, der dem Potentaten von Katar partout keinen Ergebensheitsbesuch abstatten will — nicht einmal für sein Lieblingsprojekt, einen todschicken Islamreaktor in der Stadt.

48 ¼. Kalenderwoche
„Weil Deutschland eine Bank braucht, die nicht einfach so weitermacht.“
Werbung eines Geldinstituts, das krisenbedingt schon einmal teilverstaatlicht wurde.

48. Kalenderwoche
„Du kannst nicht beides sein, nutzlos und ohne jeden Ehrgeiz.“
Aus dem neuen Film von Susanne Bier

47 ¾. Kalenderwoche
„Wenn der Maya-Kalender wahr werden würde, wäre dies die letzte Bambi-Verleihung.“
Moderator der großen schlaffördernden Veranstaltung mit einer unverhofften Aussicht

47 ½. Kalenderwoche
Moderator: „Also haben Sie sich das als Autor ganz bewusst ausgedacht?“
Autor: „Ja“
Die SZ über ein Autorengespräch auf dem Münchner Literaturfest

47 ¼. Kalenderwoche
„Als Journalist konnte man die Fahnen des Papst-Buches vorab lesen, wenn man eine Erklärung unterschrieb, dass man ziemlich viel Geld zahlen würde, sollte man vorab Raubdrucke auf dem Wochenmarkt verkaufen.“ (SZ)
Der Papst vertraut eben auf das Gute im Menschen.

47. Kalenderwoche
„Früher in der Familie haben wir viel Theater gespielt, das hat echt geholfen.“
Ministerin von der Leyen über ihre rhetorischen Superkräfte

46 ¾. Kalenderwoche
„… dann droht in der Region ein Flächenbrand.“
Derzeit wieder einer der beliebtesten Journalistensätze. Welche Region ist gemeint?

46 ½. Kalenderwoche
„Die Frage ist, ob dieser Erzählungsband den Eindruck einer leise schwindenden Relevanz von DeLillos Chronistentum entkräften kann.“
Bedrohlich orgelnde Buchkritik in der SZ

46 ¼. Kalenderwoche
„Direkte Demokratie, das kann auch mal schiefgehen.“
Claudia Roth nach ihrer Wahlschlappe. Okay, kann schiefgehen. Hier ging aber alles gut.

46. Kalenderwoche
„Die Veranstaltung [„Arsch huh!“] war ein Volltreffer in die kölsche Seele.“ (ksta.de)
… die seitdem auf der Intensivstation liegt.

46. Kalenderwoche
„Schwimmbad wegen Dachschaden seit einem Jahr dicht.“
Hallo München mit einer guten Nachricht: Denn undichte Schwimmbäder mögen wir nicht.

45 ½. Kalenderwoche
„Bei Mitt Romney weiß ich: Er ist genauso rechtschaffen wie ich.“
Mormone im TV-Interview
Jesus liebte solche Gläubigen.

45 ¼. Kalenderwoche
„Die Rufe nach mir nehmen zurzeit sehr zu.“
Die Piraten-Geschäftsführerin Marina Weisband im Spiegel: Piraten auch weiterhin stramm aufs Selbstversenkungskurs.

45. Kalenderwoche
„Wie Ingendaay entscheidet sich Peters für ein offenes Ende: Bevor Carls Ringen in eine Katastrophe mündet, verlassen seine Mentoren das Internat. Der ‚Erleichterung‘, mit der der Roman endet, schließt sich der Leser nach einer nicht unanstrengenden Lektüre durchaus an.“
Die Badische Zeitung über Christoph Peters‘ Roman Wir in Kahlenbeck.

Versunkenes Kahlenbeck (Foto: privat)

Versunkenes Kahlenbeck (Foto: privat)

44 ½. Kalenderwoche
„Der Autor hat Sie nicht zu interessieren!“
Überengagierte Lektorin zu einem Übersetzer

44. Kalenderwoche
„Wir nehmen den Gästen die Beichte ab, aber wir predigen nicht.“
Polnischer Barkeeper im Radio über seinen Beruf

43 ½. Kalenderwoche
„Tod auf dem Friedhof bleibt rätselhaft.“
Zeitungsmeldung

43. Kalenderwoche
„Jeder kommt mit seiner eigenen Meinung und glaubt, er weiß es besser.“
Papst

42 ¾. Kalenderwoche
„Ich habe in meinem ganzen Leben keine einzige Aktie besessen. Ich habe noch nie mit Geld gespielt.“
Der Strato-Springer Felix Baumgartner im 3sat-Interview über die wahren Risiken.

42 ½. Kalenderwoche
Annette Schavan: „Es hat mich sprachlos gemacht, dass man von mir, von jemandem also, der über das Gewissen arbeitet, annimmt, dass ich zu Betrug in der Lage bin. Was für ein Menschenbild steckt dahinter?“
Der Coyote: „Ein realistisches?“

42 ¼. Kalenderwoche
„Da explodiert die Fresse vor Freude, weil da richtig Geschmack drinsteckt.“
Aus dem neuen Kochbuch von Tim Mälzer — u.a. mit Rezepten für Selbstmordattentäter.

42. Kalenderwoche
„Hans-Magnus Enzensbergers Kurz-Essays sind platter, als sie scheinen wollen.“
Normal. Umgekehrt wäre ja auch schön blöd. Buchkritik in der SZ.

41 ½. Kalenderwoche
„Selbst mit dieser Nachbearbeitung stehen die Texte von Hildegard von Bingen unter Lateinexperten in keinem guten Ruf. Im 18. Jahrhundert notierte der Altphilologe David Langius, es grenze an Blasphemie, dem Heiligen Geist so einen Stil zuzuschreiben.“ (Welt am Sonntag)

41 ¼. Kalenderwoche
„Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle.“
Die christlich-fanantische Webseite kreuz.net zum Tod von Dirk Bach

41. Kalenderwoche
„Eure Werte erlauben es, den Propheten zu beleidigen.“
Angeklagter Salafist in Bonn
Genau. Und deshalb schmoren wir bald in der ewigen Häme-Hölle, das ist gleich neben der Homo-Hölle.

41. Kalenderwoche
Frage: „Nervt Sie das Thema Nebeneinkünfte?“
Antwort: „Glauben Sie mir das anmerken zu müssen?“
Steinbrück bei Jauch

Kleines Business-Lunch Buchmesse Art  (Foto: Geolog)

Kleines Business-Lunch Buchmesse Art (Foto: Geolog)

40. Kalenderwoche
„Wir haben die deutsche Einheit mit unserem Solidaritätszuschlag mitfinanziert und werden sie weiter finanzieren.“
Der „Dialogbeauftragte“ der türkischen Religionsbehörde Ditib zum Tag der deutschen Einheit.
Der Dialogbeauftragte will Steuerzahlen als grandiose freiwillige Leistung gewürdigt wissen.

40 ¾. Kalenderwoche
„Es ändert aber nichts daran, dass man voller Hochachtung sein muss vor diesem so jungen Autor, der mit ‚Roter Flieder‘ eine Geschichte erzählt, wie man sie ähnlich schon gelesen hat.“
Begeisterte Buchkritik in der FAZ

40 ½. Kalenderwoche
„Den neuen ‚Wetten, dass …?‘- Moderator Markus Lanz plagen seit längerem Albträume.“ (focus.de)
Abwarten, bis dieser Scheiß wieder auf Sendung geht. Dann kriegen auch die Zuschauer welche.

40 ¼. Kalenderwoche
„Oh Mann, die armen Gäste, was sollen die bloß von uns denken …“ (Welt am Sonntag)
Copilot der Germanwings-Maschine nach dem Beinahe-Crash durch einen so genannten fume incident.
Was die Gäste über solche Piloten denken? Wahrscheinlich nur das Beste, denn sie haben das Flugzeug heil auf den Boden gebracht.

Der Coyote hat solche Zwischenfälle übrigens auch schon bemerkt, nachzulesen ein paar Sitzreihen tiefer hier auf der Seitentribüne. Nur hat er seine Beobachtung einem ironiebegabten Vielflieger in den Mund gelegt, der die Situation folgendermaßen kommentiert: „Brennt hier Hydraulik-Öl oder kommt bloß unsere warme Mahlzeit angerollt?“

40. Kalenderwoche
„Deutsche verlieren Lust auf Autokauf.“ (spiegel.de)
Dafür kaufen die Chinesen. Wie immer, wenn die Welt untergeht.

39 ¾. Kalenderwoche
„Es ist irreführend zu behaupten, wir hätten einen Afro-Amerikaner als Präsidenten, denn wir haben einen schwarzen Moslem im Weißen Haus. Und das bedeutet Hoffnung für unser Land. Obama kämpft für das Recht von Homosexuellen, also unterstützt ihn.“
Madonna (oe24)
O Gott, ich bin aus demselben Jahrgang wie Madonna. Beginnt es so früh?

39 ½. Kalenderwoche
„Ägyptens Präsident fordert mehr Respekt von Amerika.“ (SZ)
Witz ohne tiefere Bedeutung.

39 ¼. Kalenderwoche
„Die Freundschaften von einst sind durch die Ereignisse abgekühlt.“
So kann man es auch sagen. Schöner Satz aus dem Buch von Edmund Stoiber.

39. Kalenderwoche
„Das Buch ist streckenweise etwas langweilig, aber das stets auf hohem Niveau.“
Kritiker in der Sendung Kulturzeit

38 ½. Kalenderwoche
„Kate entsetzt über Nacktfotos“
Zeitungsschlagzeile
Als Mitglied der königlichen Familie hat sie sich noch nie nackt gesehen.

38 ¼. Kalenderwoche
„Wenn sie über unsere Karikaturen nicht amüsiert sind, dann brauchen sie das Blatt nicht zu kaufen.“ (spiegel.de)
Charlie-Hebdo-Redaktionschef Charbonnier über die moslemische Zielgruppe

38. Kalenderwoche
„Deutsche haben kein Mitleid mit Bettina Wulff.“ (spiegel.de)
Deutsche immer herzloser.

37 ¾. Kalenderwoche
„Bettina Wulff hat die Rolle der First Lady völlig neu definiert. Sie hat Kinder ins Schloss gebracht, sie hat ein Tattoo ins Schloss gebracht …“
Taz-Chefredakteurin Ines Pohl übt in einer TV-Laberrunde Frauensolidarität.

37 ½. Kalenderwoche
„Die Italiener wissen eben, was wir wollen.“
Heimgekehrte Urlauberin über die vorbildliche Mülltrennung (vier Tonnen!) an italienischen Stränden. (BR2)

37 ¼. Kalenderwoche
„Aus dem Euro-Rettungsfonds erhalten klamme Länder Geld — aber erst, wenn sie sich an die Regeln des Fiskalpakts halten.“ (SZ)
Im Prinzip also wie bisher. Unoriginellste Lüge der Woche.

37. Kalenderwoche
„Fast alle unsere Meere sind kommerziell überfischt.“
Meeresbiologe in der Zeit. Hobbyangler können aufatmen. Sie waren es nicht.

36 ½. Kalenderwoche
„In Bezug auf Antisemitismus bei jugendlichen Migranten forderte der Vorsitzende des Kulturausschusses der jüdischen Gemeinde einen verstärkten Dialog der Religionen. ‚Da ist die gesamte Gesellschaft gefragt.‘ Schließlich seien die Jugendlichen in Deutschland geboren und aufgewachsen.“ (taz)
Das sind Neonazis in der Regel auch. Und über einen Dialog würden sie sich ebenfalls sehr freuen. Aber nur auf Augenhöhe.

36 ¼. Kalenderwoche
„Die Beschneidung ist eine Prophetenvorgabe und damit nicht verhandelbar.“
Feridun Zaimoglu in der FAZ
Deutsche Moslems suchen den Dialog.

36. Kalenderwoche
Ein Roman — so nannte Konrad Bayer seine unvollendet gebliebene, größte literarische Arbeit.“
Peter O. Chotjewitz im Schreibheft
Wie waren da wohl seine kleineren literarischen Arbeiten: nicht nur „unvollendet“, sondern gar nicht erst angefangen?

35 ¾. Kalenderwoche
„Unsere Gesellschaft müsse lernen, mit Benachteiligung so umzugehen, dass es zu dieser gar nicht erst kommt, erklärt Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.“ (DTN)
Dasselbe gilt für Flugzeugabstürze. Unsere Gesellschaft muss lernen, mit Flugzeugabstürzen so umzugehen, dass es zu diesen gar nicht erst kommt.

35 ½. Kalenderwoche
„Die Zahl der Studierenden wird überschaubar sein. 20 Erstsemester erwartet Behr. Dennoch könnte manche Diskussion durchaus heftig werden — bis hin zu extremen Meinungen.“ (SZ/dpa)
Also das Übliche.
Zeitungsbericht über den neuen Islam-Studiengang an der Uni Erlangen-Nürnberg

35 ¼. Kalenderwoche
„Du bist ja Schauspielerin, in der Mumie hat man dich gesehen …“
Moderatorin eines Shoppingsenders stellt eine Schauspielerin vor, die eine neue Kosmetiklinie repräsentieren soll — anscheinend für Verstorbene.

35. Kalenderwoche
„Wir zeigen den Kindern auch Antistereotypen. Sprechen wir beispielsweise über den Beruf Astronaut, zeigen wir ihnen das Bild einer Astronautin. Sie sollen lernen, dass sie wirklich alles machen können und dass sie nicht durch ihr Geschlecht auf eine Berufsgruppe festgelegt werden.“
Die Leiterin eines gendermaingestreamten Kindergartens in Stockholm in der Zeit
Jetzt gibt es nur noch ein Problem: Schweden hat kein bemanntes (?) Raumfahrtprogramm.

> 34. Kalenderwoche
„We’ve got a muslim president who hates farming, hates the military, hates the U.S. and we hate him.“ (nydailynews.com)
Hank Williams Jr. während eines Konzerts
Weiter schreibt die Zeitung: „Country crooner Hank Williams Jr. probably won’t get invited to the Inaugural Ball if President Obama is reelected.“

34 ¾. Kalenderwoche
„Wir haben Jahrhunderte hinter uns, in denen sich gemeinsame Wertvorstellungen entwickelt haben. Der Euro war sozusagen fällig. Er ist nichts ‚Übergestülptes‘.“ (FAZ)
Okay, dann aber der Walser (von dem das Zitat stammt). Der Walser muss uns übergestülpt worden sein.

34 ½. Kalenderwoche
„We are publishing the photos because we think Sun readers have a right to see them.“
Die Sun uneigennützig über eine Fotostrecke mit Nacktfotos von Prinz Harry.

34 ¼. Kalenderwoche
„Was den Beitritt der Türkei zur EU betrifft, gab es hierzulande und in der EU viele, die dagegen waren.“
Orhan Pamuk in der Zeit
Wieso waren?

34. Kalenderwoche
„Und wir mussten auch immer etwas in die Kamera sagen. Und wenn nicht, dann war doof.“
Ehemalige GNTM-Teilnehmerin in einer doofen Talkshow

33 ¾. Kalenderwoche
„Natürlich werden wir den Präsidenten nicht um Gnade bitte, eher sollte er uns um Gnade bitten.“
Nadeschda Tolokonnikowa (Pussy Riot)

33 ½. Kalenderwoche
„Es ist Ramadan, der heiligste Monat für vier Millionen Muslime im Land. Am Gros der Bevölkerung geht das völlig vorüber. Die Straßen sind nicht mit Lichtgirlanden geschmückt, es werden keine Tannenbaumäquivalente vorm Rathaus abgestellt …“ (taz)

… es gibt nicht mal Ramadanendersatzfiguren. Und der X-mas substitute truck von Cola Turka hängt wahrscheinlich irgendwo in einem von vergnügungssüchtigen Ungläubigen verschuldeten Ferienstau fest. Sauerei! Aber davon steht in der taz natürlich kein Wort.

Nirgends Weihnachtsdeko! (Foto: Geolog)

33 ¼. Kalenderwoche
„Unlängst habe ich den ganzen Proust angehört. Da darf man sich nicht hinlegen, sonst schläft man sofort ein.“
Die Münchner Übersetzerin Eva Hesse im FAZ-Interview

33. Kalenderwoche
„Wir wollen keine unversteuerten ausländischen Vermögen.“ (spiegel.de)
Schweizer Finanzministerin mit der vermutlich unoriginellsten Lüge der Woche

32 ½. Kalenderwoche
„We Know About This.“
Handschriftlicher Hinweis auf dem beschädigten Querruder eines amerikanischen Regionalfliegers. (Daily Mail)
Vielleicht hätte man noch hinzufügen sollen: „Jetzt halten Sie endlich die Schnauze und entspannen Sie sich.“

32 ¼. Kalenderwoche
„Ohne die Südschweiz wäre Hermann Hesse nicht der Schriftsteller geworden, den wir kennen.“ (SZ)
Ist das jetzt gut oder schlecht?

32. Kalenderwoche
„Derweil dementierte das Büro von Präsident Muhammad Mursi in Kairo nach Berichten staatlicher Medien, dass Mursi an den israelischen Präsidenten Peres geschrieben und versprochen habe, sich mit ‚voller Kraft‘ für den Nahost-Friedensprozess einzusetzen.“ (FAZ)
Weiter sagte der Präsident: „Was soll ich geschrieben haben? Frieden? Na warte, das werden diese Hunde mir büßen.“

31 ½. Kalenderwoche
„Nun wurde in ihrem Fall überhaupt keine Sanktion verhängt. Drygalla hat sich selbst entschieden, das Olympiateam zu verlassen.“ (Zeit)
Die deutsche Ruderin ohne Migrationshintergrund Nadja Drygalla ist unsere Nazibraut der Woche.

31. Kalenderwoche
„Hoffentlich haben die überhaupt was Anständiges zu trinken hier.“
Die Geissens in Dubai

30 ½. Kalenderwoche
„Vielleicht brauchen wir den ‚Aufstand der Anständigen‘ unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“
Sigmar Gabriel meint natürlich Bankmitarbeiterinnen und -mitarbeiter und nicht die eigenen Parteimitarbeiterinnen und -mitarbeiter.

30 ¼. Kalenderwoche
„Mit so vielen Afrikanern in Griechenland werden die Mücken aus dem West-Nil essen wie zu Hause.“
Eine Äußerung, welche die griechische Dreispringerin Parastevi Papachristou die Olympia-Teilnahme gekostet hat — wegen, man ahnt es, Rassismus. Parastevi Papachristou ist damit unsere Nazibraut der Woche, und an Griechenland ist nicht alles schlecht.

30. Kalenderwoche
„Sänger mit Nazi-Tattos sagt Bayreuth ab.“ (SZ)
Unser Nazi der Woche. Wären die brachialen Tattos hingegen ein Einfall von, sagen wir, Schlingensief gewesen, hätten alle geklatscht. Aber der begnadete Regisseur ist zu früh gestorben.

29 ¾. Kalenderwoche
„Aus Sicht der Fifa-Exekutive ist er absolut tragbar.“ (SZ)
Theo Zwanziger über Sepp Blatter
Eben die Sicht der Fifa-Exekutive.

29 ½. Kalenderwoche
„Ministerin Kristina Schröder hat eine wichtige Mitarbeiterin gefeuert — und nicht gesagt, warum.“ (focus.de)

Ich rate mal: Weil sie sie loswerden wollte? Der Schaden dürfte sich trotzdem in Grenzen halten, handelte es sich doch lediglich um eine so genannte „Gleichstellungsexpertin“. Das ist weniger als eine Schlecker-Frau.

29 ¼. Kalenderwoche
„Ich bin gerade erst angekommen, aber was ich im Dunkeln gesehen habe, ist sehr schön.“
Paris Hilton über Oberhausen
Wie schön muss es da erst bei Tag sein.

> 29. Kalenderwoche
„Das Gericht habe ’nicht berücksichtigt, dass von den circa 30 Prozent weltweit beschnittenen Männern — soweit bekannt — noch nie jemand im Erwachsenenalter gegen die an ihm vorgenommene Beschneidung vorgegangen sei.'“
SPD-Vorsitzender auf zeit.de.

Wie so ein Vorgehen aussehen könnte, steht hier.

28 ¾. Kalenderwoche
„Beschneidung ist Würdigung. Sie macht das Kind zum Subjekt des Glaubens.“ (SZ)
Der Prantl der Woche
Auch diesmal gelingt es dem Journalisten nicht, Subjekt und Objekt auseinander zu halten.

28 ½. Kalenderwoche
„Alles nichts Besonderes. Ich nenne nur mal Autorinnen wie Rachel Gibson oder Diana Gabaldon. Aber manchmal hat man den Eindruck, als hätten diese Kritikernasen seit hundert Jahren kein normales Buch mehr gelesen.“
Random-House-Lektorin über den Feuilleton-Hype um 50 Shades of Grey

28 ¼. Kalenderwoche
Schwandorf — in Schwandorf haben sich die Hinweise darauf verdichtet, dass es sich bei dem in einem Badesee gesichteten Tier um ein Krokodil handelt.“ (SZ)
Endlich, das Sommerloch ist da.

28. Kalenderwoche
„Der Angriff [Angriff von Taliban auf eine deutsche Patrouille] steht in einem gewissen Kontrast zum ‚Fortschrittsbericht Afghanistan‘, der in dieser Woche veröffentlicht wird.“ (SZ)
Wenn Wirklichkeit auf Fortschrittsbericht trifft. Schön finde ich vor allem die Formulierung „gewisser Kontrast“.

27. Kalenderwoche
Moderatorin: „Kennen Sie das Sexbuch, das gerade überall auf den Nachtkästchen liegt?“
Obama: „Nein, aber ich könnte mal Michelle fragen.“

Der amerikanische Präsident in der Talksendung The View

27 ½. Kalenderwoche
„Zu einem Selbstbedienungsladen wird der ESM mit uns nicht werden.“
Unionsfraktionschef Volker Kauder in der Welt am Sonntag mit der unoriginellsten Lüge der Woche

27 ¼. Kalenderwoche
„Die Errichtung des Zentrums [für Islam in Europa – München] ist im Interesse unseres Landes.“
Staatsministerin im Auswärtigen Amt in der SZ
Zweitunoriginellste Lüge der Woche


Am Set für die „Rosenheim Cops“ wird leicht die Continuity aufgefressen. (Foto:Geolog)

27. Kalenderwoche
„Jetzt ist da wieder Hoffnung. Dieses Europa ist dabei, sich aus den stürzenden Fluten der Krise zu retten.“ (spiegel.de)
Der kleine Augstein der Woche. Himmel, was hat er geraucht?

26. Kalenderwoche
„Die von mir angeregte Frauenquote betrifft die Aufsichtsräte. Dabei macht es keinen Unterschied, ob jemand Technik oder Medien studiert hat.“ (SZ)

Die Vizepräsidentin der EU-Kommision, Viviane Reding, beschreibt mehr oder weniger ihren eigenen Job. Ganz oben, im Drohnenhimmel jenseits der gläsernen Decke, wird es auf wundersame Weise scheißegal, ob man noch weiß, was man tut. Da sollen Replikanten von Viviane Reding nun auch alle hin — notfalls mit der Brechstange. Ich finde aber, das passt. Endlich hat man etwas gefunden, das sie können.

26. Kalenderwoche
„Madrid oder Mailand. Hauptsache nicht Italien.“
Andi Möller vor ewigen Zeiten

26 ½. Kalenderwoche
„An die Adresse des italienischen Mittelfeldstars Andrea Pirlo sagt unsere Kolumnistin Hatice Akyün: ‚Bei uns in Deutschland heißen nur Mädchen Andrea.‘ (tagesspiegel.de)
Die Welt zu Gast bei Vorzeige-Migranten

26 ¼. Kalenderwoche
„Ich werde vom Sozialsystem heftig hinterfragt, weil ich mich politisch engagiere und trotzdem Sozialleistungen beziehe. Das ist eine extreme Entartung des ganzen Systems.“ (Spiegel)

Der „politische Geschäftsführer“ der Bundes-Piraten (der „Gesellschaftskünstler“) will nicht begreifen, dass er die Honorare für seine bizarren TV-Auftritte bei seinem örtlichen Sozialhilfeträger angeben muss. Wenn das der Wulff gemacht hätte!

26. Kalenderwoche
„Wenn die Deutschen sich von Europa abwenden, ist die Demokratie bedroht.“ (spiegel.de)
In puncto Stussproduktion enttäuscht einen der kleine Augstein nie.

Aber wahrscheinlich kommt es auf die Zahl an. So habe ich mich zum Beispiel längst von Europa abgewandt, trotzdem steht die Demokratie noch.

> 25. Kalenderwoche
„Wir sind viele.“
Hört sich an wie eine Drohung, das neue Buch vom Prantl. Aber wie viele Prantls verträgt das Land?

25 ¾. Kalenderwoche
„Was sie anfasst wird zu Schrott.“ (BR2)
Paris Hilton auch weiterhin auf der Shitlist der schlechtesten Schauspielerinnen der Welt

25 ½. Kalenderwoche
„Monatelang warb Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) für eine dritte Rollbahn, die das Drehkreuz ankurbeln soll …“ (spiegel.de)

Eine Rollbahn, die ein Drehkreuz ankurbeln soll? Das konnte nicht funktionieren. Aber so ist unser Bürgermeister: immer witzig, immer originell.

25 ¼. Kalenderwoche
„To be sure, the Fourth Reich would be infinitely gentler than the Third.“
Die Daily Mail hat dagegen meist traditionelle, wenig originelle Probleme.


Soll das, was bei Nazis recht ist, bei den lieben Kleinen billig sein? Darf man Kinder als kleine Terroristen „ausgrenzen“? Der Coyote über Kinderfrei im Urlaubshotel: Nur für Erwachsene – taz.de.

25. Kalenderwoche
„15 Gründe, warum die Griechen Deutschland besiegen: Sie haben die Moral, die Wut und das Nikotin.“
welt.de vor dem Viertelfinalspiel
Das Nikotin hat gewonnen.

24 ½. Kalenderwoche
„Schlecker-Frauen sollen Erzieherinnen werden — welches Bild hat die Politik von Pädagogen?“ (SZ)
Quoten-Frauen kommen in den Vorstand, Schlecker-Frauen kommen überallhin.

24 ¼. Kalenderwoche
„Ich schätze die asiatische Kultur sehr, ich habe einen asiatischen Heilpraktiker, ich liebe das asiatische Essen und bedaure es sehr, dass wir hier in Stuttgart nicht so viele asiatische Restaurants haben wie in Berlin.“
Sie gibt ihr Bestes, kommt aber noch nicht ganz an Claudia Roth heran, BW-Integrationsministerin Bilkay Öney.

24. Kalenderwoche
„Hätte er die Loveparade nicht veranstaltet, wäre keiner tot.“
Die SZ auf der Suche nach Schuldigen, hier bei dem Veranstalter der Loveparade
Übrigens, wäre niemand hingegangen, wäre ebenfalls keiner tot.

23 ½. Kalenderwoche
„Mobbing bei den Piraten? Pirat: Wurde mit Lan-Kabel geschlagen.“ (faz.net)
Bei dem Bundesparteitag der Piraten im April wurden fünf Kilometer Lan-Kabel verlegt. Ein Lan-Kabel ist also immer zur Hand, zumal die bisher bei Piraten gebräuchliche neunschwänzige Katze aus humanitären Gründen abgelehnt wird. Man kann es nicht jedem recht machen.

23 ¼. Kalenderwoche
„Annan betonte, er glaube nicht, dass der Syrien-Plan tot sei. Er müsse aber mit Leben erfüllt werden.“
Radiomeldung
Das ist in etwa so wie bei dem Papagei in dem Monty-Python-Sketch. Der Vogel ist nicht tot, er muss nur mit Leben erfüllt werden

23. Kalenderwoche
„Ende der Drogeriekette: Schlecker-Frauen sollen bei McDonald’s und Amazon anheuern.“ (spiegel.de)

Gut so, vielleicht klappt’s ja auch bei diesen beiden. Denn McDonald’s und Amazon, finde ich, werden allmählich etwas zu mächtig.

22 ¼. Kalenderwoche
„Am Freitag, den 13. Januar 2012, ist der möglicherweise unsterbliche Curt Meyer-Clason im Alter von 101 Jahren verstorben.“
Nachruf in unserer Verbandszeitschrift Übersetzen

22. Kalenderwoche
Die Opernsänger sagen: Der Geruch auf der Bühne soll gelegentlich durchaus gewöhnunhgsbedürftig sein.
Das liegt an den alten Fallrohren im Bereich der Bühne. Ein Haariss reicht, und dann riecht es, je nach Witterung, auf der Bühne etwas streng.
Nach Toilette?
Sagen wir: Schlammig, es riecht schlammig …“
Interview mit dem Intendanten des Staatstheaters Nürmberg (SZ)

21 ½. Kalenderwoche
„Ich muss gar nicht reden, ich rauche gerade.“

Reaktion von Sarah Kuttner nach den Negerpuppen-Schlauchbootlippen-Rassismus-Vorwürfen eines betroffenen Mitbürgers mit Migrationsvordergrund.
Solche Besucher wünscht sich jeder Autor in einer Lesung. Leute, die wirklich zuhören — und aufpassen.

21 ¼. Kalenderwoche
„Das Gedicht [von Günter Grass] schließt mit der düsteren Prophezeiung, Europa werde ‚geistlos verkümmern‘ ohne Griechenland …“ (spiegel.de)

„Gibt es bald auch ein Gedicht von Herrn Grass über den Abstieg von Hertha BSC?“
Leserkommentar

21. Kalenderwoche
„Ich bin zur Polizei gegangen, um Anzeige gegen den Ajatollah zu erstatten, der diese [Todes-]Fatwa erlassen hat.“ (Zeit)
Der iranische Rapper Shahin Najafi mit grenzenlosem Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat

20 ½. Kalenderwoche
„Wir alle haben schwache vierte Finger, und auf den kleinen fünften können wir auch nicht stolz sein.“
Der Pianist András Schiff in der SZ über die Grenzen menschlicher Feinmotorik

20 ¼. Kalenderwoche
„Griechenlands Aktien stürzen ab.“
Schlagzeile nach der griechischen Parlamentswahl
Stürzen ab? Wohin? War da noch Potential nach unten?

20. Kalenderwoche
„Pro NRW provoziert mit Islam-Karikaturen — Polizist verletzt“
Schlagzeile auf welt.de

Karikaturen sind auch immer so was von verletzend.

19 ½. Kalenderwoche
„Ich glaube, dass es als Politiker nicht richtig ist, meinungslos zu sein.“
Erkenntnis eines Oberpiraten
Ahnungslos geht aber schon.

19. Kalenderwoche
„Die schiefe Bahn muss keine Einbahnstraße sein.“
Jugendpsychologe

18 ¾. Kalenderwoche
„Islam-Konferenz verurteilt Zwangsverheiratungen.“
Zeitungsmeldung
Wer hätte je daran gezweifelt?

18 ½. Kalenderwoche
„Bis 2014 will der neue ZDF-Intendant Thomas Bellut das Durchschnittsalter der Zuschauer von 61 auf 60 Jahre senken.“ (taz.de)

Ehrgeiz hat einen Namen.
Aber Spaß beiseite. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, hat Bellut das Durchschnittsalter der ZDF-Zuschauer im Jahr 2114 endlich dem jetzigen Niveau angepasst — für Kinder ab 10 Jahren.

18. Kalenderwoche
„Vegetarier können sich freuen: Wer das Fleisch weglässt, hat mehr Platz für das Gemüse.“
Aus einem Kochheft von Tim Mälzer

17 ¾. Kalenderwoche
„Etwas Schöneres, als eine Koran-Übersetzung an die Menschen zu verschenken, gibt es nicht.“
Initiator der Koranverteilaktion
Wenn er jetzt noch das Fleisch weglässt, kommt er ganz sicher in den Himmel.

17 ½. Kalenderwoche
„Wie der heilige Vater seine Kritiker ein ums andere Mal widerlegt, ist schon amüsant.“
Matussek
Den Witz habe ich nicht verstanden.

17. Kalenderwoche
„Das Weltbild der Salafisten ist steinalt — älter als die Fußgängerzonen, in denen sie den Koran verteilen.“ (FAZ)

Das ist korrekt. Die ersten Fußgängerzonen entstanden erst in den Fünfzigerjahren. Religiöser Scheiß kann in der Regel auf eine längere Tradition zurückblicken.

16. Kalenderwoche
„Das macht einen ganz blöden Eindruck.“

Ahnungsloser Programmchef des SWR, nachdem bekannt wurde, dass auch der DLF ein gigantisches Ulysses-Hörspiel produziert hat. Ich finde aber, man kann Joyces Superroman gar nicht oft und groß genug vertonen. Okay, was könnte der Programmchef noch sagen? Wie wär’s mit „Danke für Ihre Gebühren“?

15 ¾. Kalenderwoche
„In jeder Partei gibt es zehn Prozent Idioten.“
Stellungnahme der Piratenpartei mit einer niedrigen Schätzung

15 ½. Kalenderwoche
„Geht man durch die Ausstellung, hört man überall Interpretationen, Begutachtungen und Erklärungen …“ (SZ)
Das Münchner „Künstlerinnen-Netzwerk“ macht keine Gefangenen. Sondern quasselt alle tot.

15 ¼. Kalenderwoche
„Petrenko fixiert Bayreuther Dirigat.“
Klingt irgendwie nach Samenspende, ist aber lediglich Feuilleton-Sprech für „Der russische Dirigent Kirill Petrenko unterschreibt Vertrag für die Wagner-Festspiele in Bayreuth.“

grass is always greener

Danach kommen seine Romane dran.

15. Kalenderwoche
„Warum aber schwieg ich bislang?“
Bohrende Frage von Grass, dem großen Schweiger

14 ½. Kalenderwoche
„Assi-Talk mit den Oberthemen Ficken, Furzen, Fernsehen stellen [sic!] den weniger Begeisteren allerdings auf eine harte Probe.“
Die SZ über einen Abend mit der Kölner Comediandame Carolin Kebekus

14. Kalenderwoche
„Ausnahmsweise habe ich mal wie ein Neger geschuftet. Wobei ich nicht weiß, ob Neger jemals so hart geschuftet haben.“
Eine Äußerung, die den französischen Parfumcreateur Jean-Paul Guerlain 6.000 Euro gekostet hat – wegen, man ahnt es, Rassismus.

Übrigens, literarische Übersetzer heißen im Spanischen ebenfalls „negros“. Schinderei ist „trabajo de negros“. Leider kann ich dafür niemanden verklagen, das könnten höchstens die schwarzen Autoren, die ich übersetzt habe. Täte ich es (Begründung: Übersetzer will nicht länger „Neger“ sein), wäre es, man ahnt es, wiederum … ach, geht doch alle weg!

13 ½. Kalenderwoche
„Es liegt daran, dass mir dieses anbiederische ‚Danke, vielen, vielen Dank‘ bei vielen Künstlern schwer auf die Nerven geht. Demut wird schnell inflationär. Ich denke dann immer: Die sollen gescheit singen, sich verbeugen und gehen.“
Max Raabe

13. Kalenderwoche
„Wenn ich einen Sohn hätte, er würde wie Trayvon aussehen.“
Barack Obama
Oder wie O.J. Simpson. Ranschmeiße wird schnell prekär.

12 ½. Kalenderwoche
„Der Aufenthalt des Diktatorensohns Saif Gaddafi in München war aus Sicht der Behörden ‚in öffentlichem Interesse‘.“
Auskunft auf eine Anfrage des grünen Fraktionschefs im Münchner Stadtrat (SZ)

12. Kalenderwoche
„Okay, dieser Dreitürer ist flott. Aber flott ist eben die kleine Schwester von behäbig.“
Fahrbericht über den Suzuki Swift Sport (spiegel.de)

11 ½. Kalenderwoche
„Immerhin stehen der Darstellerin, Gina Carano, zwei, drei Gesichtsausdrücke zur Verfügung …“
Filmkritiker im Radio über den neuen Film von Steven Soderbergh

11 ¼. Kalenderwoche
„Im Interview mit einer Zeitschrift beschreibt sie [Heidi Klum], dass ihre Ehe nicht so perfekt war, wie es nach außen hin schien.“ (spiegel.de)
Echt jetzt?

11. Kalenderwoche
„In der iranischen Presse wird schon diskutiert, aber alles linientreu.“
Stimmungsbericht eines Auslandskorrespondenten, der offenbar dringend Heimaturlaub braucht.

10 ½. Kalenderwoche
„Auf den Tellern (wie im Zürcher Lokal ‚Mesa‘) sieht Luma-Beef stets recht übersichtlich aus.“
Bildunterschrift auf einer SZ-Kochseite

10. Kalenderwoche
„Besser Dikatator als schwul.“
Der weißrussische Präsdient Lukaschenko über unseren Außenminister

9 ½. Kalenderwoche
„Wenn’s auf die Glocke gibt, klingelt die Kasse.“
Welt.de zur Frage, ob unsportliche Zwischenfälle dem Boxgeschäft schaden.

9. Kalenderwoche
„Ich finde es grotesk, wenn man Mülltrennung lebt, dass man dafür auch noch bestraft wird.“
Vorbildliche Bürgerin im Clinch mit der Abfallsatzung

8 ½. Kalenderwoche
„Sie habe gelernt, gelernt und gelernt. Gereicht hat es trotzdem nicht. Karin W. (Name geändert) ist eine von 347 Studenten, die die ‚Einführung in die Mathematik‘ an der Kölner Uni nicht bestanden haben. […] ‚Da muss man sich fragen, ob die Relationen stimmen‘, sagt Karin W. ‚Wir studieren ja auf Lehramt und nicht Mathematik …'“
Der Kölner Stadtanzeiger über die vielleicht besten Mathematiklehrer von morgen

8 ¼. Kalenderwoche
„Die bessere Stadt, die besseren Bürger, das sind Stuttgarts Parkschützer. Sie haben die Moral vollständig auf ihrer Seite und jedes Recht am Widerstand.“ (Der Freitag)
Zeitungskommentar, keine Satire

8. Kalenderwoche
„Als Nazi, Menschenhasser und Minderheitenbespucker lebt man in diesem Land wie Gott in Frankreich.“
Kommentar in der FR

7. Kalenderwoche
„Wulff beteuert Unschuld und tritt zurück.“ (SZ)
Das Leben könnte so leicht sein: Unschuld beteuern und zurücktreten.

7. Kalenderwoche
„Ich hoffe, dass Gott mir ebenso vergibt wie alle Gläubigen.“
Abbitte des saudischen Bloggers Hamsa Kaschgari
Gott dürfte nicht das Problem sein.

7. Kalenderwoche
„Aus bisher ungeklärten Gründen begann das Paar am frühen Morgen zu streiten …“
Kleine Meldung unter Vermischtes („Frau rammt Freund Messer in den Bauch“)

7. Kalenderwoche
„Mäuse, Maden, Müller-Brot“
Sendung im BR
Alliterative Überschriften wie „Mallorca, Möpse, Macho-Träume“ gelten nicht umsonst als die hohe Schule des Journalismus.

6 ¾. Kalenderwoche
Was unterscheidet Sie von berühmten Kollegen wie Baselitz und Kiefer?

Die Unsicherheit. Weil ich immer, wenn ich etwas machte, unsicher war, ob es nachhaltig ist. Etwas später, auch das erinnere ich genau, bin ich mit Günther Uecker in einen Laden gegangen, weil er dort einen Elektromotor kaufen wollte. Und er ging rein und sagte: „Guten Tag, ich bin Künstler und will einen Elektromotor kaufen.“
Gerhard Richter über Selbstbewusstsein (Welt am Sonntag)

6 ½. Kalenderwoche
„Als würden wir diesen Mann hier brauchen!“
Der türkische Premier Erdogan über den US-Autor Paul Auster, nachdem dieser wegen fehlender Pressefreiheit nicht in die Türkei kommen will.

6. Kalenderwoche
„Bei Disco ging es eher um Östrogen als um Testosteron — und das sorgte für die Probleme.“
Musikhistoriker bei arte über die Tanzmusik der Siebziger

Nur Blechdose (Foto: mākuzu)

5 ½. Kalenderwoche
„Ich habe viel Gutes über diese Gemeinde gehört.“
US-Botschafter Philip D. Murphy über die Islamische Gemeinde Penzberg, deren Vorbeter in dieser Woche durch einen falschen Magistertitel aufgefallen ist.

5 ¼. Kalenderwoche
„Da muss ich halt durch.“
Guttenberg nach dem Torten-Anschlag

5. Kalenderwoche
„Deutsche finden Wulff sympathisch, aber unehrlich.“ (Welt)
Da müssen sie halt durch.

4 ¼. Kalenderwoche
„Ein normales Kreuzfahrtschiff stößt schon in normalem Zustand Millionen Tonnen Stickoxide aus, und das ist nur die Spitze des Eisbergs …“
Aufklärerische Radiosendung

4. Kalenderwoche
„Ich biete eine einfache Möglichkeit an, bei der ich das Fremdgehrisiko weitgehendst eingrenze. Meine Fürsorge ist auch islamisch bedingt: Wir Muslime passen untereinander auf uns auf, wir sind Geschwister im Glauben und unterstützen uns gegenseitig.“
Gründer der ersten muslimischen Mitfahrzentrale im taz-Interview

LeserInnenkommentar: „Also, ich habe meine zahlreichen Seitensprünge alle bei Mitfahrgelegenheiten kennengelernt. Daher auch die Abkürzung Mfg. (= Mitfickgelegenheit).“

3 ½. Kalenderwoche
„Vada a bordo, cazzo!“ (Geh zurück an Bord, Arschloch!)
Italienisch-Lektion der Woche

3. Kalenderwoche
„Deutschland suchte einen Präsidenten und bekam einen Politiker.“
Irish Times
Deshalb denken mittlerweile viele: „Geh endlich von Bord, A********!“

2 ½. Kalenderwoche
„Towje Kleiner hat Uhren gesammelt. Seine Uhr ist abgelaufen. Er ist in der Nacht zum Montag überraschend gestorben.“
Nachruf in der Süddeutschen

2. Kalenderwoche
„Schauspielerin Anika Landsteiner schreibt einen Blog. Über ihre Texte sollen die Leser schmunzeln, wünscht sie sich: „Das ist mein Anspruch, schon weil deswegen, weil es schwierig ist, witzig zu sein.“
Aus der Reihe „Blogger privat“ der SZ

1. Kalenderwoche
„Der Vorteil ist, bei A-Klasse- und Golf-Plus-Fahrern kann man ihr alienartiges Fahrverhalten vorausahnen. Ich bin als Motorradfahrer stets in maximaler Bremsbereitschaft, wenn ich an der Kreuzung so etwas stehen sehe.“
Leserkommentar zu einem Artikel über so genannte „Rentnerautos“ (Welt)

Weg damit! Morgen ist auch noch ein Jahr. (Foto: Meikel.inSpirit / photocase.com)

52. Kalenderwoche
„Ach, Lassiter! Wo hatte ich nur meinen Verstand, als ich dich gestern Abend verließ?“
„Das frage ich mich auch! Aber tu wenigstens jetzt, was ich dir sage!“
aus: Lassiter Bd. 1189 (Als Lassiter die Kreolin traf)
Der Feminismus killte solche geradlinigen Dialoge.

51. Kalenderwoche
„Touristen müssen keinen Alkohol trinken, wenn sie nach Ägypten kommen, sie haben genug davon zu Hause.“
Die Kandidatin der Muslimbruderschaft kennt sich aus.

50. Kalenderwoche
„Diese Drecksregenmacherei!“
Durchnässter Besucher vor dem Eingang einer Esoterik-Messe

49. Kalenderwoche
„Mit einem Durchbruch ist das so eine Sache: Beim Tunnelbau ist er Grund zum Jubeln, wenn es den eigenen Darm betrifft, potenziell tödlich und im Falle von EU-Gipfeln meistens Schmu.“
ralfschuler.wordpress.com

48 . Kalenderwoche
„Immerhin, in einem Punkt waren wir einer Ansicht. Der Aufbau der beiden Biographien weist in der Tat gewisse Ähnlichkeiten auf: Beide beginnen chronologisch mit der Geburt von Hannelore Kohl und enden mit ihrem Ableben. Das ist aber nicht wirklich originell und deshalb urheberrechtlich ohne jede Bedeutung.“
Random-House-Justitiar Rainer Dresen über angebliche Plagiate in einer Biographie von Hannelore Kohl (buchmarkt.de)

48. Kalenderwoche
„Die Abstimmung kann mich nicht daran hindern, dieses anachronistische Projekt insgesamt sehr doof zu finden. Und das werde ich auch weiterhin kundtun.“
So genannte Parkschützerin im Internet nach dem verlorenen Bürgerentscheid

47. Kalenderwoche
„Wenn wir uns als eigenständiges Unternehmen behaupten wollen, müssen wir jetzt den Grundstein legen.“
Vorstandschef von Nokia-Siemens über den geplanten Abbau von 17.000 Stellen

Zum diesjährigen „Tag des Kaffees“ hatten sich die großen Player einmal mehr Qualität auf die Fahnen geschrieben. (Foto: Corky)

46. Kalenderwoche
„Die Deutschen sind keine Holländer.“
Die SZ vor dem Freundschaftssspiel gegen die Niederlande

45. Kalenderwoche
„Die Gastarbeiter kamen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, da waren die Deutschen buchstäblich am Boden.“
BW-Integrationsministerin Bilkay Öney veranschaulicht im Interview mit der Deutschen Welle migrantische Bildungsdefizite.

44. Kalenderwoche
„Der isländische Gewahrsam ist der schönste in ganz Europa — Mann, so tolle Leute hier. Und guter Kaffee!“
Tweet des US-Hackers Jacob Appelbaum

43 ¾. Kalenderwoche
„Soulsängerin Amy Winehouse hat sich offenbar aus Versehen zu Tode getrunken.“ (welt.de)

43 ¼. Kalenderwoche
„Gaddafi starb an Lähmung des Atemzentrums.“ (spiegel.de)

43. Kalenderwoche
„Oh wow. Oh wow. Oh wow.“
Letzte Worte von Steve Jobs (Mail Online)
Hier wurde aber schlampig zitiert. Richtig muss es natürlich lauten: iWow!

42 ¾. Kalenderwoche
„Tunesien entdeckt seine Gräben.“
Nach dem Sieg der Islamisten sieht die Zeit das Positive.

42 ¼. Kalenderwoche
„In Pasing eröffnet ein Kompetenzzentrum für Demenz.“
Zeitungsmeldung
München bleibt Leuchtturm.

42. Kalenderwoche
„Das extrem heiße Klima macht nicht nur Golfern zu schaffen. Täglich quälen sich tausende Mexikaner durch die Wüste Arizonas.“
Inside USA

41 ¾. Kalenderwoche
„Hamilton wirft Schumacher gefährlichen Fahrstil vor.“ (welt.de)
Aber wozu guckt man Formel 1?

41 ½. Kalenderwoche
„Braucht ein solcher Fettklops von Roman noch retardierende Elemente?“
Die Welt über den Roman „Gegen die Welt“

41 ¼. Kalenderwoche
„Palästinenser sind beliebter denn je.“
Der frühere „Außenminister“ der PLO in der taz.
Wer hätte das gedacht?

41. Kalenderwoche
„Man kann sich nicht darauf verlassen, dass die Gicht im Großzehengrundgelenk losgeht.“
Gesundheitssendung im Radio
Wieder eine Unsicherheit mehr.

40 ½. Kalenderwoche
„Die ‚FR‘ hat ‚das Äußerste an visueller und philosophischer Dichte‘ gesehen, das die Filmkunst heute zu bieten hat. Der Nachteil: Man mag danach nie mehr ins Kino gehen.“
Kritik einer Filmkritik (spiegel.de)

40 ¼. Kalenderwoche
„Sie können ins Kino gehen. Sie können aber auch bei der Müllabfuhr von Großlappen spazierengehen.“
Historische Filmkritik

40. Kalenderwoche
„An den Grundwerten Freiheit und Abenteuer, für die Marlboro stehen soll, ändere sich aber nichts.“
Philip-Morris-Manager Werner Barth über die künftige Werbestrategie des Konzerns. (welt.de)

39 ¾. Kalenderwoche
„In den Klamotten der aktuellen Herbstkollektion sehe ich aus, als hätte ich Babykacke im Gesicht.“
Die taz über Herbst/Winter 2011

39 ½. Kalenderwoche
„Ich weiß, was Sie fragen wollen. Deshalb gebe ich Ihnen die Antwort schon jetzt: Schlecht.“
Klassiker von Michail Bulgakow — der vor der Wiederwiederwahl von Wladimir Putin wohl noch öfter zu hören sein wird.

39. Kalenderwoche
„Ein Genetiker, der namentlich nicht genannt werden will, sagt zynisch: ‚Oman ist ein Paradies für uns Humangenetiker. Die heiraten dort alle untereinander, es gibt die verrücktesten Krankheiten.'“ (taz)
Der Zusatz „zynisch“ ist ein Muss bei der taz. „Lapidar“ reicht definitiv nicht, denn das wäre Sarrazin.

38 ¾. Kalenderwoche
„Ich bin stolz auf meine Kommentare zu Kachelmann.“
Alice Schwarzer

38 ½. Kalenderwoche
„Um im engeren Sinn als Heimatroman zu gelten, wird in Bierbichlers Buch jedoch zu häufig masturbiert …“
Buchkritik

38 ¼. Kalenderwoche
„Das Berliner Literaturfestival fand selbst bei den Insassen der JVA Tegel wenig Interesse.“ SZ
Wenn die Leute schon nicht abhauen können …

38. Kalenderwoche
Nach der Berlin-Wahl: „Die FDP spricht intern von einem Weckruf.“
Zeitungsartikel
Alle anderen sagen Weg!-Ruf.

37°. Kalenderwoche
„Wulff dankt Türken für Beitrag zum Wohlstand.“
Zeitungsschlagzeile

Wie, nur für das bisschen Wohlstand? Was ist mit der türkischen Luftbrücke, dem Mauerfall, der ersten Herztransplantation und dem Oktoberfest am Ende des Ramadan?

37 ¾. Kalenderwoche
„‚Die Menschen hier sind sehr freundlich zu mir.‘ Selbst der gelegentliche Gruß ‚Heil Hitler‘ sei von ihren indischen Zuschauern immer ausgesprochen freundlich gemeint.“
Die Bollywood-Actrice Suzanne Bernert über das Klima in Indien

37 ½. Kalenderwoche
„Er hat immer etwas Unheimliches in seinen Augen — egal, ob als Borderliner oder als Bisexueller.“
Die SZ über den Schauspieler Devid Striesow


Was soll ich damit? (Foto: JoeEsco / photocase.com)

37. Kalenderwoche
„Das Buch bleibt verblüffend lang im Hirn.“
Rezension zu Schoßgebete
Vielleicht ist das das Problem.

36 ¾. Kalenderwoche
„Eine Freundin hat Jan nicht. Die Einsamkeit treibt ihn nicht in die Nikotinsucht, sondern zum 1. FC Köln.“
Schlimmer kann es nicht mehr kommen. Die SZ über typische Probleme heutiger Jugendlicher.

36 ½. Kalenderwoche
„Die Staatsschuldenkrise in einigen Mitgliedsstaaten verdeutlicht nachdrücklich die große Bedeutung solider Staatsfinanzen für eine stabilitätsorientierte Währungsunion.“
Sensationelle Erkenntnis im Monatsbericht der Bundesbank, August 2011

36. Kalenderwoche
„Berlusconi nennt Italien ‚Scheißland‘.“ (focus.de)
Wie lange reagiert er jetzt Italien?

35 ¾. Kalenderwoche
„Mit Ude werden meine kühnsten Träume wahr.“
Chef der Bayern-SPD träumt weiter.

35 ½. Kalenderwoche
„Es ist keine Inszenierung, die das Stück gendermäßig thematisiert.“
Theaterkritiker im Radio über den Sommernachtstraum im wiedereröffneten Ohnsorg-Theater

35 ¼. Kalenderwoche
„Ich weiß nicht, was Gott noch alles tun muss, um die Aufmerksamkeit der Politiker zu bekommen. Wir hatten ein Erdbeben, und wir hatten einen Hurrikan. Er [Gott] sagt: ‚Hört ihr mir endlich zu?'“
US-Kongressabgeordnete nach einer anstrengenden Woche

35. Kalenderwoche
„Mindestlöhne verhindern laut der arbeitgebernahen INSM den finanziellen Aufstieg. Niedriglöhne könnten hingegen vor Armut schützen.“
Die Initiative Neue soziale Marktwirtschaft (INSM) setzt ganz darauf, dass Logik ab einem bestimmten Alter nicht mehr lehrbar ist.

34 ½. Kalenderwoche
„Jesus hatte ein Geschäft, und die Kasse führte Judas.“
Der rührige Pfarrer Fliege in einer TV-Runde über die lange Tradition christlicher Business-Philosophie

34. Kalenderwoche
„Man kann hier von einem Sumpf sprechen, in dem eine Hand die andere wäscht.“ Taz
Medienredakteur in der Sendung Zapp über „mysteriöse Zahlungsvorgänge“ beim MDR.

33 ¾. Kalenderwoche
„Heute nervt es [den Berliner CDU-Kandidaten] Husein, wenn über ‚Willkommenskultur‘ diskutiert wird. ‚Was soll das heißen? Ich wurde hier geboren, das ist mein Land, soll ich mich selber willkommen heißen? Tag, Timur, wie geht es dir heute?'“
Welt.de

33 ¼. Kalenderwoche
„Anus fordert Alice heraus, so kann man das Duell im Körper der Romanfigur vielleicht auf den Punkt bringen.“
S.P.O.N. über Alice Schwarzers offenen Brief, Schoßgebete betreffend

33. Kalenderwoche
„Über den bayerischen Sommer ist ja viel geschimpft worden, aber als Zeitungsmensch kann man eigentlich nicht mosern. Erst läuft einem mitten im Sommer die verwilderte Kuh Yvonne über den Weg, dann will Münchens Oberbürgermeister auch noch Ministerpräsident werden …“ (SZ)
Trotzdem lieber die Kuh.


So genannte Leerverkäufe sind in Deutschland zu Recht verboten. (Foto: marshi / photocase.com)

32 ½. Kalenderwoche
„Durch meinen Segen wird das Wasser nicht teurer, und es ist erwiesen, dass gesegnetes Wasser eine bessere Heilwirkung hat. Andere, wie Frau Käßmann, verkaufen das Heil in Büchern.“
Pfarrer Fliege über das Angebot in der helfenden Branche

32. Kalenderwoche
„Diese grausame Behandlung von Menschen ist absolut inakzeptabel, die britischen Staatsmänner müssen die Stimme des Volkes hören und ihnen Freiheiten einräumen.“
Ein besorgter Mahmud Ahmadineschad nach den Londoner Krawallen

31 ¾. Kalenderwoche
Moderator: „Aber die Frage ‚Wollt ihr den totalen Krieg‘ stammt von Joseph Goebbels.“
Geißler: „So? Da wissen Sie mehr als ich.“
Deutschlandfunk mit Interview über so genannte umstrittene Äußerung von Heiner Geißler

31 ¼. Kalenderwoche
„Es kann doch nicht sein, dass, egal, was wir machen, irgendwelche Tränen kommen.“
Heidi Klum in GNTM
Eine Bemerkung von beträchtlicher Tiefe — je länger man darüber nachdenkt.

31. Kalenderwoche
„Manchmal glaube ich, die Frau kann gar nicht lesen. Aber woher kennt sie dann mein Horoskop?“
Aus dem neuen Roman meines Bruders

30 ¾. Kalenderwoche
„Wir müssen aber ganz klar Kostenmanagement betreiben und radikal Positionen anschauen, in denen es noch Komfortzonen gibt.“
Geschäftsführer der Ostsee-Zeitung im SZ-Interview
In einer „Komfortzone“ werden Journalisten zum Beispiel für ihre Arbeit bezahlt.

30. Kalenderwoche
„Die Todesursache ist noch unklar. Überraschungen sind aber eher nicht zu erwarten.“
Zeitungsbericht über den Tod von Amy Winehouse

29 ¾. Kalenderwoche
„Mein Büro ist ja noch ganz kahl, da dachte ich, ich hänge mal den Herrn Wulff an die Wand.“
BW-Integrationsministerin Bilkay Öney über die Verschönerung ihres Büros

29 ½. Kalenderwoche
„Türkei will Gespräche mit der EU einfrieren.“
Zeitungsbericht

„Gern!“
Leserkommentar

29. Kalenderwoche
„Der junge Gunther Geltinger war offenbar zu faul, sich einen Titel auszudenken, sein Text heißt ‚Auszug aus einem Roman‘. Es geht um Tod und Erbrochenes. ‚Die Kotze in meinem Bett, die noch wochenlang aus der Matratze stank und meine Nächte in Wüsten verwandelte‘ klingt auch auf Französisch nicht besser als im Original.“
Die Welt am Sonntag über den Bachmann-Wettbewerb

28 ¼. Kalenderwoche
„3. Plätze sind was für Männer!“
„Freche“ Plakatwerbung für Frauenfußball — vor der WM.

28. Kalenderwoche
„Und jetzt: Viertelfinale. Das ist nur ein Spiel weiter als ein Ausscheiden in der Gruppenphase.“
Focus.de über das ganze Ausmaß des Verbrechens

27 ¾. Kalenderwoche
F: „Warum fallen so viele Kopfballtore?“
A: „Weil wir in der Luft so stark sind?“
Silke Rottenberg in der Halbzeitpause gegen Frankreich — als sei der Reporter dämlich.

27 ½. Kalenderwoche
„Insgesamt, so die Studie, konsumieren Menschen mit Migrationshintergrund weniger Alkohol — eine Ausnahme bilden hier Einwanderer mit Wurzeln in Russland.“
Zeitungsmeldung
Daher auch der Ausdruck „voll wie ein russischer Elternabend“.

27. Kalenderwoche
„Die Porsche-Elektrik ist klüger als der Fahrer.“
Welt.de
Das erscheint zumindest nicht undenkbar.

26 ½. Kalenderwoche
„Wir haben sehr viele Spielerinnen, die nach dem Wort Gottes dürsten. Dadurch sind sie viel konzentrierter und wissen, dass der Fußball ihnen Ruhm, Glück und Spaß bringen kann. Homosexualität zerstört alles diese Hoffnungen.“
Nigerianische Nationaltrainerin

26 ¼. Kalenderwoche
„Wir möchten unseren Sport vermarkten, nicht unseren Hintern.“
Birgit Prinz

26. Kalenderwoche
„Finden Sie, dass Sie dieses Unglück reifer gemacht, geprägt hat, Ihnen Perspektiven eröffnet?“
Das gnadenlose Grinsegesicht Peter Hahne im Interview mit dem gelähmten Wetten-dass-Kandidaten Samuel Koch

25 ½. Kalenderwoche
„Kinder sollten sich Gedanken darüber machen, wie es ist, wenn man nicht genau weiß, ob man männlich oder weiblich ist. Als Jugendliche können sie sich dann bewusst für eine sexuelle Identität entscheiden, so wie für eine Religion.“
Berliner Bildungsbürokratin über ein Aufklärungsprojekt für Erst(!)klässler

25 ¼. Kalenderwoche
„Es gibt Regeln, man trägt eine Burka, man hat keine Wahl …“
Prince, formerly known as artist formerly known

25. Kalenderwoche
„Grundsätzlich würde ich sagen, dass das Anzünden von Autos durchaus ein legitimes Mittel ist, in der Gentrifizierungsdebatte einen zugespitzten Beitrag zu liefern.“
Autonomer im taz-Interview

24 ½. Kalenderwoche
„Sie glauben doch nicht im Ernst, ich stelle mich hier mit Produkten hin, die nicht funktionieren.“
Shoppingsender-Verkäufer über ein Mittelchen, das fünfzehn Jahre jünger macht — ohne Scheiß jetzt.

24 ¼. Kalenderwoche
„Mit dem Abschlachten rülpsender Kamele will Australien zur Klimarettung beitragen.“ (Spiegel online)
Örps!

24. Kalenderwoche
„Am 1. August erscheint im Unsichtbar-Verlag ihr neuer Roman ‚Begraben unter Gänseblümchen‘ — hier geht es um Jane und ihr gebrochenes Herz.“
SZ über die Münchener Schriftstellerin Mirjam Dreer

23 ¼. Kalenderwoche
„Alle schauen in das griechische Fass und hoffen, dass es da noch so etwas wie einen Boden gibt.“
TV-Politmagazin

23. Kalenderwoche
„Die Literaturkritikerin Elke Heidenreich packt das Grausen, wenn sie den aktuellen Buchmarkt betrachtet. Sie fordert mehr Niveau und würde dazu auch gern wieder selbst beitragen …“ (Focus online)
Wieso „wieder“?

22 ½. Kalenderwoche
„Bei einer Bibelarbeit vor mehreren Tausend Menschen sagte die Theologin, ein Gebet für die Taliban sei eine ‚wesentlich bessere Idee als die Bombardierung von Tanklastwagen‘.“
Käßmann reloaded
Der Coyote rät: Trink doch noch einen, Margot!

22. Kalenderwoche
„Banken und Moral werden heute vielfach als Gegensatz gesehen.“
Deutschebankchef versteht die Welt nicht mehr.

21 ½. Kalenderwoche
„Es wäre gut, wenn bei den Privaten nicht nur die Quote zählt.“
Medienpolitische Sprecherin der Grünen
Gut wär das.

21 ¼. Kalenderwoche
„Die Politik würde flache Inhalte kritisch sehen.“
Neuer BR-Intendant, der hier etwas verwechselt. Die Politik sieht flache Inhalte keineswegs kritisch, sondern kritische Inhalte am liebsten flach.

21. Kalenderwoche
„Am besten ist es doch, wenn ich einfach ich selbst bin. Dann ist alles gut.“
Daniela Katzenberger mit flachem Inhalt

20 ½. Kalenderwoche
„Sie hätte auch den Kopf direkt in eine Zuckerwatte-Maschine stecken können, dann hätte sie den gleichen Look.“
Style-Kritiker über eine Marie-Antoinette-Frisur von Lady Gaga

20. Kalenderwoche
„Ist Selbstmord besser als Demenz?“
Thema bei Plasberg
Man könnte auch fragen: Ist Pest besser als Cholera? Verplödung besser als Plasberg?

19 ½. Kalenderwoche
„Alle drei [Witwen von Osama bin Laden] seien den US-Vertretern gegenüber ‚feindselig‘ eingestellt gewesen …“
Welt.de unter der Rubrik „Unglaublich, aber wahr“

19 ¼. Kalenderwoche
„Ich find’s ja auch scheiße. Darum trink ich ja so viel.“
Die Sängerin Jennifer Rostock während eines verpatzten Konzerts in München
Wie so etwas aussieht — hier.

19. Kalenderwoche
„Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Hintern sei dicker geworden, liegt das am schmaleren Klopapier.“
Die SZ über verdeckte Preiserhöhungen im Einzelhandel

18 ¾. Kalenderwoche
„Als ich das letzte Mal in einer Händel-Oper war, beobachtete ich das Publikum um mich herum. Da waren drei Arten der Kopfhaltung zu bemerken: nach links, rechts, oder nach vorn. Alle schliefen. Nach einer halben Stunde. Aber es war wunderschön.“
Anna Netrebko

18 ½. Kalenderwoche
„Iran fühlt sich wohler im Dialog mit Deutschland als mit den anderen EU-Staaten.“
Fragwürdiges Kompliment des iranischen Botschafters

18. Kalenderwoche
„Jeder andere, der meine Unterlagen hätte, wäre völlig entlastet.“
Gregor Gysi über ein Leben unter chronischen Stasi-Verdacht

17 ½. Kalenderwoche
„Papst und Bischöfe verurteilen zu Ostern Hass und Gewalt.“
Sensation

17. Kalenderwoche
„Eine rechtschaffene Niere muss sich allerdings gehörig auf den Arm genommen vorkommen, wenn das, was sie mühsam abgepresst und ausgefiltert hat, oben mutwillig wieder reingeschüttet wird.“
Die SZ über das Pipi-Buch von Carmen Thomas.
Man könnte sogar sagen, die Niere ist richtig angepisst.

16 ½. Kalenderwoche
„Die Arbeit ist zwar ziemlich monoton, aber das hört irgendwann auf — und zwar wenn man fertig ist.“
Der Bäcker des Bundespräsidenten über seinen Beruf

16. Kalenderwoche
„Abgesehen von den Haaren: Haare sind Haare.“
Heidi Klum in GNTM

15. Kalenderwoche
„Es gibt da ganz viel [Getier] da unten [in der Tiefsee] — das finde ich auch ganz in Ordnung.“
Fernsehkoch in Kochshow

14 ¾. Kalenderwoche
„Das Kopftuch müsse so wie ein Piercing akzeptiert werden, sagte eine Deutsch-Türkin.“
Bericht über die so genannte „Junge Islamkonferenz“, wo schon verschleiert wird wie bei den Alten.

Aber im Ernst: In Teheran hat jüngst eine so genannte Piercing Police ihren Dienst aufgenommen. Sie kontrolliert den korrekten Sitz des Körperschmucks und informiert über antiallergene Materialien. Denn nicht jedes Intim-Piercing, das gut aussieht, ist auch gut verträglich.

14 ½. Kalenderwoche
„Wir haben genügend Mittel.“
Chef des Euro-Rettungsfonds
Wer ist wir?

14. Kalenderwoche
„Die Welt wird mehr Energie denn je benötigen, da die Elektrifizierung rasant voranschreitet, vor allem in Form von Strom.“
Welt

13. Kalenderwoche
„CDU dankt Türken dafür, dass sie geblieben sind.“
Welt.de

„Und wer dankt den Deutschen, dass sie dieses Irrenhaus ertragen und nicht abhauen …???“
Leserkommentar

12 ¾. Kalenderwoche
„Er dachte, er wäre bei seinen Jungs …“
Politikberater über unseren Wirtschaftsminister

12 ½. Kalenderwoche
„Ich stehe als Millionärstochter in der Öffentlichkeit — und das ist sehr schwer.“
Millionärstochter im Unterschichtfernsehen

12. Kalenderwoche
„Ich wusste, dass wir in einer schnelllebigen Zeit leben. Aber dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht.“
Bayern-Trainer
Schnelllebig ist ein Wort mit drei L.

11 ½. Kalenderwoche
„Dort oben [auf dem Dach des Reaktors] gibt es nichts, wovor Sie sich fürchten müssen.“
Russischer General zu Reservisten kurz vor deren Tschernobyl-Einsatz

11. Kalenderwoche
„Das Niveau Ihrer Frage erlaubt mir noch, die Wahrheit zu sagen.“
Karl Lagerfeld bei Lanz

10 ½. Kalenderwoche
„Wir wollen uns auf das Sandwich an sich fokussieren.“
Sprecherin der Butterbrot-Kette Subway

10. Kalenderwoche
„Neun von zehn Autos vertragen E10, aber in dem zehnten will natürlich keiner sitzen.“
SZ

9 ¾. Kalenderwoche
„Die sind gutt, die Guttenbergs.“
Boulevardzeitung vor gar nicht allzu langer Zeit.
Jetzt sind sie fott.

9 ½. Kalenderwoche
„Und wer sagt, er [Guttenberg] hätte einen Ghostwriter gehabt, der möge doch bitte Ross und Writer nennen.“
Hübsches, vermutlich unbeabsichtigtes Wortspiel von Wolfgang Bosbach in einer TV-Laberrunde

9 ¼. Kalenderwoche
„Eine Hetäre uriniert, ein Trinker übergibt sich — hier treffen sich klassisches Ideal und Alltagsleben.“
Feuilleton-Beitrag über die griechische Sammlung im Alten Museum, Berlin.

9. Kalenderwoche
„Auf der Webseite von [Waffenfirmen wie] Heckler & Koch sucht man vergeblich nach Nachhaltigkeit.“
Aufklärerische Radiosendung

8 ½. Kalenderwoche
„Es wäre falsch, den Libyer [Gaddafi] als durchgeknallten Autokraten zu beschreiben.“
Die Süddeutsche Zeitung wieder mal, problembewusst

8 ¼. Kalenderwoche
„Das arabische System hat viele Krisen bewältigt, vor allem die Friedensabkommen mit Israel …“
Zeitungskommentar

8. Kalenderwoche
„Guttenberg glänzt im Karneval trotz Abwesenheit.“
Zeitungsmeldung

7 ½. Kalenderwoche
„Es gibt noch kein richtiges Konzept, um Bildungsdefizite speziell bei Frauen zu fördern.“
Die Politologin Naika Foroutan — die selber immer gefördert wurde.

7 ¼. Kalenderwoche
„Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung.“
Verteidigungsminister in Verteidigungsstellung

7. Kalenderwoche
„Es gibt eine weitere Verspätung. Wenn der Bombenleger das erfährt, muss er handeln.“
Berühmte letzte Worte auf der RTL-Hindenburg

Das unterscheidet Bombenleger übrigens von der Deutschen Bahn. Bombenleger handeln, wenn sie von Verspätungen erfahren.

6 ½. Kalenderwoche
„Ihr Wille ist stärker als jede Statistik.“
TV-Klatschsendung über Monica Lierhaus

6 ¼.Kalenderwoche
„Arabische Welt in Aufruhr.“
Diesmal über sich selbst. Ansonsten eine der häufigsten Schlagzeilen der Welt.

6. Kalenderwoche
„Wurde Westerwelles Denken etwa ein Opfer der Sparpolitik seines Hauses?“
Die Welt

5 ½. Kalenderwoche
„Dies ist ein Projekt über zehn Jahre, das sich verlangsamt hat.“
Radiofeature über „The World“, jenes übergeschnappte Landgewinnungsprojekt vor Dubai, das ganz allmählich absäuft. Trotzdem gibt sich die Baufirma optimistisch.

Kalenderwoche 5 ¼
„Wladimir Putins Konzept der ‚gelenkten Demokratie‘ ist in Wahrheit ein Gegenkonzept zu freiheitlichen Verfassungen.“
Die SZ — allen Ernstes

5. Kalenderwoche
„Frauen denken anders, kommunizieren anders, treten anders auf — das ist eine Bereicherung für alle.“
Nicht schon wieder Bereicherung.

4. Kalenderwoche
„All inclusive: Was das bedeuten kann, durften Urlauber in den tunesischen Badeorten erleben.“
Zeitungsmeldung

3 ½. Kalenderwoche
„Ministerin Aigner droht mit Gesetz.“
Zeitungsmeldung
Unsere Exekutive in voller Aktion

3 ¼. Kalenderwoche
„Israel droht mit Selbstverteidung.“
Focus

3. Kalenderwoche
„Dass ich nicht auf Toilette kann, hat jetzt eh die ganze Welt mitgekriegt.“
Dschungelcamp-Sarah kurz vor dem Aufgeben. Halte durch, tapfere Sarah!

2 ½. Kalenderwoche
„Jetzt ist sie da [Frau Käßmann], und ihr leuchtend rotes Kleid lässt daran keinen Zweifel.“
Zeitungsbericht über die Antrittsvorlesung der Exbischöfin

2. Kalenderwoche
„Brennt hier Hydraulik-Öl oder kommt bloß unsere warme Mahlzeit angerollt?“
Sachkundiger Passagier auf einem Ferienflieger

1 ½. Kalenderwoche
„Wenn Sie 2 bestellen, haben Sie 1 geschenkt, weil Sie sparen ja die Hälfte.“
Shoppingsender-Logik

1. Kalenderwoche
„Die Teuerung im vergangenen Jahr hat die Preise nach oben getrieben.“
Zeitungsmeldung

2010

31.12. 2010, 23:59 — Auch in dieser Nacht laufen die Druckmaschinen bis zur letzten Minute, um uns morgen früh mit dem gewohnten Irrsinn zu versorgen. Zeit, einmal danke zu sagen. (Foto: Henning Hraban-Ramm / pixelio.de)

52 ½. Kalenderwoche
„Erst gibt es Hecht mit grüner Sauce,
dann gibt’s Gelee. Dann gibt es Krach.“
Kurt Tucholsky über Silvester im Kreis der Lieben

52. Kalenderwoche
„Die aufgeschmolzene Brotsuppe ‚aus Großmutters Küche‘ weckt bei den Tischgenossen Erinnerungen an die eigene Großmutter …“
Restauranttest im Lokalteil

51 ½. Kalenderwoche
„The Queen focuses on sport and the Bible in her 58th Christmas Day message to the nation.“
Englische Boulevardzeitung. Bundespräsident Wullff appelliert wieder nur an irgendwas oder irgendwen — irgendwie.

51. Kalenderwoche
„Kirsten Heisig: Die Richterin aus Berlin wollte straffälligen Jugendlichen eine Perspektive bieten.“
Dreiste Gutmenschen-Vereinnahme in einem Nachruf des SZ-Magazins. Die einzige Perspektive, welche die couragierte Richterin solchen „Jugendlichen“ bieten wollte, war die durch schwedische Gardinen.

50 ½. Kalenderwoche
„Ich wollte mir — als Frau und Mutter — ein Bild von der Lage hier machen.“
Frau und Mutter Stephanie zu Guttenberg vor Ort

50. Kalenderwoche
„man sollte dieses gottverdammte land in grund und boden bomben. dann würden wenigstens keine guten nato-soldaten mehr sterben, und wir müssten uns den scheiss nicht länger anhören …“
Forumsbeitrag über Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr in Afghanistan

49 ½. Kalenderwoche
„Die Wikileaks-Enthüllungen ’nützen Israel‘, sagte der türkische Innenminister.“
Zeitungsmeldung.
Weiter sagte der Minister: „Erdogan hat keine Konten in der Schweiz.“

49. Kalenderwoche
„Verfassungsrichter bleiben gentechnisch unverändert …“
… und verwerfen beispielsweise das Gentechnikgesetz.
Zeitungsmeldung

48 ½. Kalenderwoche
„Tote Riesenschlange verstopft Abflussrohr.“
Zeitungsmeldung
Das Tier wurde bereits im Sommerloch vermisst.

48. Kalenderwoche
„Sucht eine schöne Frau Gerechtigkeit bei dir, wende deine Augen von ihren Tränen ab.“
Übersetzerweisheit aus Don Quijote, die in etwa bedeutet, dass man keinen Text aufhübschen soll. Aber die Tränen! Nein, das bringe ich nicht fertig.

47 ½. Kalenderwoche
„Wir sind die letzten Kämpfer für romantische Liebe.“
Reinhard Kardinal Marx über prekäre Lebensformen

47. Kalenderwoche
„Der Geehrte wirkt ganz entspannt, auch wenn Horst Seehofer sein Laudator ist.“
Artikel über den Corine-Preisträger Herbert Rosendorfer vor dem großen Tag

46. Kalenderwoche
„Griechisches Schuldenloch größer als bekannt“
Focus
Kandidat für die offensichtlichste Meldung des Jahres

45. Kalenderwoche
„Zwei Fifa-Funktionäre sollen versucht haben, ihre Stimme bei der WM-Vergabe zu verkaufen.“
Weiterer Kandidat für die offensichtlichste Meldung des Jahres

44. Kalenderwoche
„Kritiker bemängeln Kürzungen nach dem Gießkannenprinzip.“
Radiosendung über die prekäre Finanzlage vieler Universitäten

43. Kalenderwoche
„Auf den Grabsteinen ist besonders das Kleingemeißelte zu beachten.“
Geolog

42. Kalenderwoche
„Zum Glück habe ich dann noch die 360-Grad-Wende geschafft.“
Schlagersänger über sein wechselvolles Leben.

41 ½. Kalenderwoche
„Frauen und Mädchen sind genauso gut in Mathematik wie Männer und Jungen. Das ist eigentlich schon lange bewiesen, aber noch immer nicht bekannt genug.“
Meldung in der SZ
Denn wann ist bekannt genug bis zum Erbrechen bekannt?

41. Kalenderwoche
„Die Behörden versuchten, die Fakten zu verwedeln.“
Heute eine neues Wort gelernt: Fakten verwedeln — dank der Schweizer Weltwoche.

40 ½. Kalenderwoche
„Heute ist Stuttgart auch in Gorleben.“
Claudia Roth über die tektonischen Verschiebungen anlässlich ihrer Eigenwerbungsvisite im Wendland.

40. Kalenderwoche
„Die Integration ist deshalb ein wichtiges Thema für alle Münchner Sportvereine.“
Sportfunktionärin über ein neues Fitness-Angebot für so genannte Kopftuchmädchen — in Räumen, die von außen nicht einsehbar sind.

39 ½. Kalenderwoche
„Die Ministerin sprach von einem Skandal und kündigte ihren Widerstand an.“
Radiomeldung

„Nahles spricht von Zerstörung und Sauerei.“
Zeitungsmeldung

39. Kalenderwoche
„Die bayerische Burka: In den Sechzigerjahren kam jemand im Münchner Rathaus auf die Idee, die Stadt und das Dirndl untrennbar zu verschnüren.“ (SZ-Magazin)

Bayerische Burka! Bei diesem Textanlauf kann man dem Redakteur beim Denken zuhören: „Ich brauche jetzt dringend eine voll lustige Idee, ich brauche jetzt dringend eine voll lustige Idee, ich brauche jetzt dringend eine voll lustige …“

38 ½. Kalenderwoche
„Augsburgs künftiger Bischof Zdarsa hofft, das zerstrittene Bistum durch seine Gottesdienste einen zu können.“
Artikel in der SZ
Yo, man! Seine Gottesdienste waren zwar nie der Knaller, aber zumindest darin waren sich die Leute dann einig.

38. Kalenderwoche
„Das Mittagessen war gut, was die Speisen anbelangt.“
Kanzlerin auf EU-Gipfel — wo das Porzellan flog.

37 ¾. Kalenderwoche
„Das Buch ist der Hammer!“
Moderatorin einer Literatursendung
Wenigstens können sich die beim Fernsehen noch differenziert ausdrücken.

37 ½. Kalenderwoche
„Für ihren Stunt brauchen die beiden nur 2 Autos, 2 Sprungschanzen und einen Gott …“
„Sport ist Mord“ auf Sport1

37. Kalenderwoche
„Ich merke zwar noch nichts, aber ich glaube, diese Zeit hat mich sehr verändert.“
Radioreporter nach einer Trekking-Tour durch Alaska

36 ½. Kalenderwoche
„Ich möchte mein Thema wie einen Bombengürtel tragen, mich mit ihm in die Luft sprengen.“
Klagenfurt-Gewinner Peter Wawerzinek in seinem Buch Rabenliebe.
Sorry, Peter, wir haben es ausprobiert und uns dein Buch auf den Bauch gebunden, aber es will einfach nicht zünden.

36. Kalenderwoche
„Warum können die Leute nicht die Schnauze halten und einfach das tun, wofür sie bezahlt werden?“
Letzter Satz (na ja, fast) im Roman JR von William Gaddis.

35 ¼. Kalenderwoche
„Das Firmenimage zu vertonen ist für den Produzenten immer wieder eine Herausforderung.“
Radiofeature über eine Komponierwerkstatt für Company-Hymnen

35. Kalenderwoche
„Thilo Sarrazin ist ein Stammeskrieger, wie ihn sich ein Bin Laden nur wünschen kann.“
Grünen-Chef

34 ½. Kalenderwoche
„Hier stirbt einer, das konnte man sehen. Fühlen konnte man es nicht.“
Die SZ zum Tod von Christoph Schlingensief, der diesen Satz bestimmt verarbeitet hätte.

34. Kalenderwoche
„Die Klischeeformulierung ‚Dieser Edition sind viele Leser zu wünschen‘ verblasst vor Hans Wollschläger zur Phrase.“
Die SZ selbstkritisch in einer Rezension über H.W., Schriften in Einzelausgaben

33. Kalenderwoche
„Betroffene können auch hierzulande ein Lied von der Jugendarbeitslosigkeit singen.“
Radiobeitrag zum Thema

32. Kalenderwoche
„Was brauchen wir auch neue Gedanken, wenn der Rolf die alten alle noch auf dem Dachboden hat?“
Die SZ über eine Aufführung von Rolf Hochhuths Lysistrata

31. Kalenderwoche
„Papa ist böse.“
In den Sand gekrakelte Botschaft am Strand von Heiligendamm

30 ¼. Kalenderwoche
„Endlich traut sich mal jemand, sein Gewissen nicht abzutöten und Klartext zu reden.“
Eintrag im Gästebuch auf der Homepage von Eva Herman, die meinte, die Toten auf der Love-Parade seien eine „göttliche Strafe“ — wofür auch immer.

30. Kalenderwoche
„Werden damit auch die Space-Tickets preiswerter?“
Bericht über eine Boeing-Raumkapsel mit Platz für sieben Touristen

29 ½. Kalenderwoche
„Ich will transparent sein.“
Anstaltsleiterin im Radio
Daher ist, falls etwas passiert, von solchen Leuten auch nie etwas zu sehen.

29. Kalenderwoche
„Jeder Zug, der aussfällt, ist einer zu viel.“
Bahnchef
Das haben Eisenbahnzüge übrigens mit Drogentoten gemeinsam. Da ist auch immer jeder einer zu viel.

28 ½. Kalenderwoche
„Wollen wir mal sehen, was die Schüler an Schätzen ausgegraben haben.“
Radiobeitrag über ein Schülerprojekt, das sich mit der Geschichte eines KZ-Außenlagers befasst.

28. Kalenderwoche
„Im Kern aber ist die Prosa Jirgls an das Ohr adressiert — wie die Büchnerpreisrede, die er am 23. Oktober in Darmstadt halten wird.“
Feuilletonartikel über den diesjährigen Bücherpreisträger Reinhard Jirgl. Im Publikum werden daher ausschließlich Ohren sitzen.

27 ½. Kalenderwoche
„Mein Schneckenhaus musste erst zusammenbrechen, ehe ich es verlassen konnte.“
Aus einem unveröffentlichten Roman

27. Kalenderwoche
„Das ist ein ganz mieses Zimmer.“
Horrorfilm im Privatfernsehen

26. Kalenderwoche
„Es geht erst einmal darum, dass wir einen Präsidenten haben, und darüber bin ich sehr froh.“
Abgeordnete des deutschen Bundestags nach der Wulff-Wahl
Im weiteren Zusammenhang dazu ist ein neuer Begriff entstanden, der die Misere ganz gut beschreibt: „Verzwergung“ der Politik.

25. Kalenderwoche
„Die Insichnahme ist die intensivste Form der Ansichtnahme.“
Jurist über den so genannten „Mundraub“, ein Delikt, das es seit der Strafrechtsreform von 1975 offiziell nicht mehr gibt.

24 ½. Kalenderwoche
„Im Haushalt ist keine Luft mehr, die man schmerzfrei ablassen kann.“
Unser OB mit Beklemmungen angesichts der Finanzlage von München. Er ist aufgebläht und gar nicht gut aufgelegt.

24. Kalenderwoche
„Für Miroslav Klose muss das ein innerer Reichsparteitag sein, jetzt mal ganz im Ernst, dass der heute trifft.“
ZDF-Moderatorin in der Halbzeitpause gegen die Aussies
Where the fuck do they find these people?

23. Kalenderwoche
„Im Übrigen nehme ich Ratschläge, insbesondere von Frauenzimmern, nicht an.“
Vater von Clara Schumann über Fragen der Kindererziehung

22. Kalenderwoche
„Ich vermisse den Respekt für mein Amt.“
Ex-Bundespräsident Horst Köhler, der damit zielsicher die ganze Misere benennt. Es ist nicht „sein“ Amt, war es nie.

21. Kalenderwoche
„Als ich die entsetzlichen Fotos dieser armen Frau sah, dachte ich nur: Wow!“
Klatschsendung über misslungene Schönheitsoperationen der Promis

20 ½. Kalenderwoche
„Premiere in Oberammergau: So gut ist die neue Passion.“
Münchner Boulevardzeitung

20. Kalenderwoche
„Die Kreuzigung ist körperlich die anstrengendste Phase.“
Jesus-Darsteller im Radio

19 ½. Kalenderwoche
„Aber ich kann mir das für mich nicht vorstellen, weil die Leute ja so sterben.“
Schülerpraktikantin in der Altenpflege

19. Kalenderwoche
„Einfaches Straßenbegleitgrün ist noch kein naturräumlicher Eingriff.“
Jemand von der unteren Naturschutzbehörde im Radio

18 ¾. Kalenderwoche
„Die Missbrauchsfälle haben sich wie eine Lawine über das Land ergossen.“
Anmoderation zu einer Doku

18 ½. Kalenderwoche
„Man hat nur so lange einen Plan, bis man zum ersten Mal schwer getroffen wird.“
Boxreporter

18. Kalenderwoche
„Die Schule ist kein Glashaus, das im eigenen Saft schmort.“
Pädagoge im Radio

17 ¾. Kalenderwoche
„Das System steigert seine eigenen Renditen ohne Rücksicht darauf, ob das dem Wohlergehen der Nationen nutzt.“
Kurz vor dem 1. Mai geißelt Bundespräsident Horst Köhler den Finanzkapitalismus, dass es wehtut.

17 ½. Kalenderwoche
„Hast du deine letzte Begegnung mit den Außerirdischen schon vergessen?“
Film im Free-TV

17. Kalenderwoche
„Kinderdickleibigkeit ist heutzutage in aller Munde.“
Mediziner im Radio

16. Kalenderwoche
„So ein Vulkanausbruch passiert nicht aus heiterem Himmel.“
Radiobeitrag zum Thema der Woche

15. Kalenderwoche
„Experte sieht Nordseeküste den Bach runtergehen.“
Zeitungsmeldung

14. Kalenderwoche
„Das Produkt verspricht genau das, was draufsteht.“
Anruferin bei QVC

13. Kalenderwoche
„Der Hutmacher hat sich eingemischt. Ab mit seinem Kopf!“
Alice im Wunderland (der Film)

12. Kalenderwoche
„Aber natürlich kam es auch vor, dass ihn die wechselvollen Fallstricke der zwischenmenschlichen Beziehung oder auch nur die anfälligen Probleme der Ranch, wie bei der Schafschur oder dem Zustand der Weiden, egal, wenn es ihn also wieder mal voll gepackt und angekotzt hat, dass er wie eine Ausgeburt der Hölle über seinen Besitz rannte, mit wüstem Bart und ich sag mal einem sagenmächtigen Donnerkeil viel ähnlicher als einem humanistischen Wesen, voll schier enthemmter, entmenschter, roher Gewaltandrohung gegen alles, was sich ihm bloß in seinen düsteren Weg stellte.“

Geklaute Retextualisierte Passage von David Foster Wallace, jetzt neu und dem Vernehmen nach noch besser in Axolotl Roadkill.
Kollege Muledriver meint jedoch: „Ich lehne es ab, mich von einer patzigen Siebzehnjährigen über Originalität belehren zu lassen.“

11. Kalenderwoche
„Die Jugend ist im allgemeinen viel besser, als wie man sie verurteilen tut.“
Hausmeister in einer Doku

10. Kalenderwoche
„Wir sehen unsere Aufgabe darin, das Kind als aktiven Gestalter seiner eigenen Bildungsentwicklung zu fördern.“
Bildungsbürokrat im Radio

9. Kalenderwoche
„Einer von beiden weiß noch nicht, dass er schon verloren hat.“
Boxreporter

8. Kalenderwoche
„Frau Staatsministerin geht ein klein bisschen das Herz auf.“
TV-Reportage

7. Kalenderwoche
Intelligent input, darlin‘ – why don’t you just have another beer then?“
Kate Nash, aus dem Album Made of Bricks

Ein Jahr zuvor auf der Farm
„Also: Arschmodel kann ich damit nicht werden.“
Charlotte Roche, Feuchtgebiete.

Wer es bis hierhin geschafft hat, darf sich jetzt noch ein kleines Lied anhören. Es passt zum Thema, ist fast so alt wie ich selber (sieht man!) und begleitet mich schon lange.